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3 (1829)
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78
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78 Relation des gehaltenen Gesprächs in Religionssachen

gericht werde; damit man nun tüchtige, gottesfürchtige und ge-lehrte Diener und Prediger haben möge, halten wir, daß solcherDienst oder Predigtamt nicht soll verhindert werden mit Aufle-gung einiger Unrechten Gesetze, und soll frei sein, Personen zuerwählen, die da tüchtig sind, sie seien ehelich oder ohne Ehe.Es soll auch frei stehen, dem, der da ledig zum Diener erwähletist, daß er darnach möge ehelich werden; denn dieß Gebot istinsgemein Allen gesagt:Hurerei zu vermeiden, habe ein Jedersein Eheweib."

Daß aber hier wieder angezogen wird von dem Gelübde,darauf haben wir anderswo nach der Länge geantwortet. Essind auch die alten Eoncilia nicht so hart gewesen denjenigen, sowider ihr Gelübde sind ehelich geworden, als die neuen Decrete.Aber dieses ist die gewisse Regel, das Gelübde, so wider GottesGebot geschehen, ist nichtig. Dieweil denn das Gelübde, ohneEhe zu leben, wider Gottes Gebot streitet, in Denen, die nichtvermögen, ohne Ehe sich zu enthalten, halten wir, daß wederder Priester noch Mönche Gelübde Jemand verhindern soll, ehe-lich zu werden.

Zu dem, so sind bei solchen Gelübden viel andere Jrrthü-mer, durch welche die rechte christliche Lehre vom Glauben, da-durch man vor Gott gerecht wird, und von rechtem Gottesdienstganz verdunkelt worden.

Der Papst Syricius, da er den Priestern in Spanien ge-bietet, ihre Eheweiber zu verlassen, führet dazu diesen SpruchSt. Pauli, Rom. 8:Die im Fleisch sind, können Gott nichtgefallen rc." Er habe nun aus großem Unverstand oder Heu-chelei diesen Spruch auf den Ehestand gezogen, so hat er dochdurch solch Verbot mit der That Unrechte Lehre und Wahn ge-stärket.

So nun Unrechte Gottesdienste an solche Gelübde verbun-den werden, so ist's gewiß aus dem andern Gebot Gottes, daßsolches Gelübde Gott nicht gefället; denn da er sagt: Du sollstGottes Namen nicht vergeblich führen, verbietet Er auch, daßman Ihn nicht soll anrufen durch Unrechten Gottesdienst. Darumsind alle Gelübde, in solchem irrigen Wahn geschehen, nichtig undunbündig. Als nämlich, so dafür gehalten wird, daß ohne Eheleben sei ein hoch sonderliches Werk, damit der Mensch mehrGnade bei Gott verdiene; oder so man das eheliche Leben füreinen solchen Stand halt, der nicht, oder je schwerlich Gott ge-falle, oder dadurch die Priester, oder die Darreichung der Sacra-