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auf dem Reichstage zu RegcnSburg 1541 rc.
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Von dem Verbot der Priesterehe.
Der Meister des Buchs klagt selbst ernstlich genug über dieLaster, so aus dem Gesetz, in welchem den Priestern die Eheverboten, erfolget, und wünschet, daß solches gebessert werde, stelltes aber zu der Herrn und Regenten Bedenken, daß sie davonrathschlagen, wie solches in Besserung zu bringen, ob man denPriestern solle die Ehe zulassen, ob man die alten oder neuenKanones halten solle, gibt aber dagegen genug zu verstehen, wasseine Meinung sei.
Wir aber wünschen und begehren auch zum höchsten, daßdurch die hohen Häupter und Potentaten so vielen Menschen inGefahr ihres Selenhcils geholfen, und das unchristlichc Verbotaus der Kirche weggethan werde, aus welchem so vielfältige grau-liche Unzucht, Schand' und Laster geflossen.
St. Paulus nennet solch Verbot der Ehe öffentlich „Teu-felslehre;" daß dieser Spruch wahr sei, beweiset die Erfahrungstark genug; denn es ist leider vor Augen, was für Unzucht undSchande aus diesem Gesetz kommen. Aber am jüngsten Gerichtwird es mehr und erst recht offenbar werden, was der Teufelfür großen Schaden durch dieß Gebot der Kirche zugefügt, undwie große Haufen Selen ohne Zahl er in ewige Verdammnißgeführet hat. Denn dieß ist eine wahrhaft göttliche Stimme:„die Hurcr und Ehebrecher rc. werden Gottes Reich nicht er-erben."
Es sind aber der Unfern Schriften vorhanden, darin klarangezeigt ist, daß dieß Gesetz, so die Ehe verbietet, streitet widergöttlich und wider natürlich Recht; dieweil man nun schuldig ist,Gott mehr gehorsam zu sein, denn Menschen, so folget, daßdiejenigen, so zum Ehestand tüchtig, recht thun, daß sie wollenlieber christlich, und mit gutem Gewissen im Ehestand leben, dennaußer demselben, mit Gefahr und Beschwerung des Gewissens,oder in öffentlicher Unzucht und Aergerniß.
Paulus befiehlt, daß ein Priester oder Bischof soll einehrlicher Ehemann sein; diese Stimme des Apostels soll weitvorgezogen werden allen menschlichen Satzungen. Darum bittenwir, daß dieses Unrechte und schädliche Gesetz, so die Ehe verbie-tet, in der Kirche abgethan werde.
Die erste und vornehmste Sorge in der Kirchen soll diesesein, daß das Prcdigtamt des Evangeliums recht bestellt und an-