Druckschrift 
3 (1829)
Entstehung
Seite
71
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auf dem Reichstage zu Ncgensburg 1541 rc. 71

dienet, daß dadurch Gott geehret werde, laut des Spruchs:Ver-geblich dienen sie mir mit solcher Lehre, die Nichts ist denn Men-schengcbot."

Daß auch solche Satzung nicht wider Gottes Gebot seien;auch daß sie nicht geboten werden, als nöthig zu halten; sondernals äußerliches Mittelding, welches man außer dem Falle derAergerniß ohne Sünde Nachlassen mag. Wie St. Paulus inder Epistel zu den Kolossern lehret, von solchen Satzungen, soman in der Kirchen machet: Lasset euch Niemand Gewissen ma-chen, über Speise oder Trank, oder bestimmte Feiertage ic." Dennman muß in der Kirchen Unterschied halten zwischen Menschen-satzungen und rechtem Gottesdienst, so von Gott eingesetzt undgeboten sind. Wie im Propheten Ezechiel gesagt wird:Ichbin der Herr, euer Gott. In meinen Geboten sollt ihr wandeln!"

I?.

Bon den Heiligen.

Wir können das Stück in diesem Artikel nicht annehmen,darin von zweierlei Anrufung der verstorbenen Heiligen gesagtwird. Nämlich: daß uns von wegen ihres Verdienstes geholfenwerde. Item, daß man sie ansprechen möge, wie die Weise ist:St. Petrus, bitte für mich! Denn Christus spricht also:Was ihr den Vater bitten werdet, in meinem Namen, daswird Er euch geben!"

Diesen einigen gewissen Mittler hat Gott vorgcstcllet undgeboten, daß wir zu diesem kommen sollen, wie Er selbst spricht:Kommt zu mir Alle, die ihr mühselig und beladen seid; Ichwill euch erquicken."

Darum ist der Gottesdienst billig zu strafen, so man durchandere Mittler zu Gott bittet, vornehmlich darum, daß man kei-nen Gottesdienst in der Kirche entführen soll, der nicht Zeugnißhat aus Gottes Wort.

Item, die Anrufung, welche die, so nicht gegenwärtig sind,anspricht, gibt ihnen göttliche, allmächtige Gewalt. Denn einesjeglichen Menschen Herzen, Begierde und Seufzen hören, stehetGott allein zu.

Und ob wohl hierin eine Subtilität gesucht wird, dieses zuentschuldigen, so hat sie doch kein Zeugniß in Gottes Wort.

Auch streitet die Meinung in solchem Anrufen wider gedachte