auf dem Reichstage zu Regensburg 1541 rc. <j7
in allen Menschen nach der Erbsünde felgen, unterworfen haben,sondern will auch, daß sie mit besonderem Trübsal getrieben undgeübet werden, aus vielen Ursachen.
Denn der gottlose Haufe kennet die Sünde und Gottes Zornnicht. Die Sünde ruhet in ihnen, bis sie geoffenbaret wird, d. i.,sie macht ihnen noch nicht Schrecken, bis die Strafe kommt.
Darum hat die Kirche Trübsal, mehr denn andere Leute,daß sie die angeborne Untugend und ihre Sünde erkenne, undzunehme in Gottesfurcht und Buße. Dazu kommt auch dieseUrsache: wenn nicht so große Gefahr und solcher Streit uns auf-gelegt, so würden Glaube und Anrufung verloschen. Darum wirddie Kirche so hart gedrückt, wie in l-vnesi stehet: „die Schlangewird seine Fersen beißen." Diese giftige und grauliche Bisse,fühlen die Gottessürchtigen vielfältig in allerlei Anfechtung undAengsten.
Und dieses ist der Kirchen besondere Weisheit, wissen, daßGott will, daß die Heiligen sollen gedemüthiget werden, und gleich-förmig Christo in diesem Leben, daß auch Gott wahrhaftiglicherhöre die Betrübten, wie Petrus spricht: „Demüthiget euchunter die mächtige Hand Gottes " Diese Macht erzeiget Gottin beiden Stücken; mächtig straft er die Sichern, als David,Samson, Nabogdonosor. Dagegen hilft Er auch gewaltiglich de-nen, so Buße thun, und Ihn anrufen. Aber diese Strafen kön-nen durch die Schlüssel nicht aufgelegt, noch vergeben werden,noch weggenommen durch Ceremonien der Menschensatzungen, alsdenn sind 8<rt>8k<rct>on68 Onnoniono.
Dazu diese Trübsal, von Gott aufgelegt, sind beständigeHebungen, dienen forthin zu künftiger Tödtung des allen Adams,wie St. Paulus spricht: „Unser äußerlicher Mensch wird zer-brochen, aber der innerliche wird für und für erneuert."
Der Gegentheil aber, so sie von Genugthuung reden, for-dern sie dieselbigen, als Wechsel der ewigen Strafe für vergan-gene Sünde.
Es wäre aber viel besser, dem Wolke Bericht zu thun vondiesen trefflichen Sachen, nämlich vom Zorn Gottes wider dieSünde, von der Heiligen Trübsal, vom rechten Gottesdienst, denGott in solchen Trübsalcn fordert, dadurch Er uns vermahnet,daß Furcht, Glauben, Anrufung in uns wachsen, denn mit denscheinenden und gleißenden Ceremonien der Satisfaction, den Leu-ten die Augen aufsperren, dadurch die Lehre von der Gnade undrechtem Gottesdienst verdunkelt wird.
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