auf dem Reichstage zu Regensburg 1541 rc. 51
der ersten Kirchen anzeigen, was sie gehalten hat, und wenndieselbige Rede mit der Schrift gleich stimmet, so stärket sie diechristlichen Herzen. Doch muß der Glaube auf Gottes Wort,durch die Propheten und Apostel gegeben, gebauet sein. So einHeide dieses Wort lese: „Im Anfang war das Wort, und dasWort war bei Gott, und das Wort war Gott;" hier würdevielleicht der Heide nicht gedenken, daß das Wort eine Person zuverstehen sei; darum soll man anhören, wie die Kirche davonlehret, darin die einhellige Meinung von der Apostel Zeit sagt,daß dieses Wort eine Person soll verstanden werden.
Wenn nun die gottessürchtigen Zuhörer also erinnert sind,und durch andere Sprüche Weiler unterwiesen und gestärkt, sonehmen sie solche Auslegung !m Johannes an, und glauben demArtikel, von wegen des göttlichen Worts in der Schrift, undrufen also den Sohn Gottes wahrhaftig an, welchen sie nichtmöchten anrufen, wenn der Glaube auf menschliche Auctorität ge-bauet wäre; dieses ist öffentlich.
Dieses aber kann man nicht gewißlich sagen, daß wahrerVerstand, und die Gabe der Auslegung bei dem gottlosen Hau-fen, obgleich der selbige Haufe noch in äußerlicher Gesellschaft derKirchen ist, viel weniger haben diese Gabe die öffentlichen Veräch-ter Gottes, welche von wegen öffentlicher Laster aus der Kirchenverstoßen sein sollten; sondern rechter Verstand und die Gabe derAuslegung gehört den Gottessürchtigen, wie geschrieben stehet: „Dernatürliche Mensch vernimmt Nichts, was vom Geist Gottes ist."
Zum dritten: die Kirche hat Gewalt, Gericht zu erhaltenvon der Lehre; also, so Streit von der Lehre erregt wird, so istGottes Gebot, daß die Kirchen solche Sachen verhören, und dareinsprechen nach Gottes Wort, in rechtem Verstand, wie St. Pau-lus spricht: „so Jemand ein anderes Evangelium lehren wollte,der sei verbannet!" Und in solchen Sachen mag man sich auchstärken, mit der ersten Kirchen einhelligem und gewissem Zeuguiß,welche von den Aposteln Herkommen; also folgen uns unsere Kir-chen wider die Wiedertäufer und Andere.
Dieweil sich aber zutcagen mag, daß der größeste Haufenim Eoncilium, als zu Sprmio gottlos ist, wenn gleich Etlichedarin rechte Heiligen sind, wie Osius im Concilio Syrmiensigehalten gewesen, ist zu bekennen, daß General-ch»d National-concilia geirret haben und irren mögen, darüber so haben dieHeiligen ihre Jrrthümer, wie viel ungereimter Reden im Scri-benten beweisen.
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