ÜO Relation des gehaltenen Gesprächs in Religionssachen
lholischen Kirchen Haltung bewegte! Also zeigt er an, daß er be-wegt werde, durch gleichlautende Zeugnisse der ersten Kirche, daßer nicht zweifele, diese Bücher, so wir -haben, sind von den Apo-steln hergekommen und für glaubwürdige zu halten.
Zum andern, soll man wahrer Kirchen diese Gewalt geben,daß sie habe rechten Verstand und Auslegung der Schrift; dennsie behalt das Fundament, und hat die Gabe der Auslegung, wiePaulus spricht, doch zu einer Zeit in Vielen, zur andern in We-nigern, und zu einer Zeit lichter, zur andern dunkeler.
Da Samosatenus wüthete, und wollte nicht, daß Johannisam ersten das Wort: Verbum von einer Person zu verstehensein sollte, sind die Andern zusammen kommen und haben erwie-sen aus demselbigen Text Johannis und aus andern Orten, daßdas Wort: Verbum in diesem Text eine Person zu verstehen sei,haben auch zugleich Zeugniß gegeben, daß die gemeine katholischeKirche also von Zeit der Aposteln her gehalten.
Da Pelagius, vom Werk der Gerechtigkeit seinen Jrrthum,der aus der Philosophie genommen, ausbreitete, und sonst dergrößere Haufen in der Kirche aus Origenis Büchern derglei-chen Jrrthum geschöpfet hatte, hat Gott Augustins Herz er-leuchtet, daß er den Jrrthum gemerkt und angefochten hat, unddagegen wiederum die Lehre von der Gnade an's Licht gebracht.
Darum, wiewohl die Gabe der Auslegung bei der wahrenKirche ist, so ist doch bemeldte Gabe nicht an gewisse Personenoder Orte gebunden, und ist zu einer Zeit bei Vielen, zur an-dern Zeit bei Wenigem, zu einer Zeit lichter, zur anderen dun-keler, wie St. Paulus spricht; daß Etliche auf das FundamentStoppeln bauen.
Dieweil nun in der Kirchen ist die Gabe der Auslegung,so ist von Nöthen anzuhören, wie die Kirche lehret. Wer aberbemeldte Gabe hat, das wird sich aus diesen beiden befinden: ausgewissem Zeugniß der Schrift, und aus einhelligem Verstand derkatholischen Kirche. Nun heißen wir einhelligen Verstand der ka-tholischen Kirche, was die Väter, Propheten, Apostel gehaltenhaben, und was durch gewisse Zeugnisse von den Aposteln geord-net, und was mit solchen Zeugnissen wahrhaftig übereinsiimmet,wie eigenes spricht, daß man der Kinder Taufe von den Apo-steln empfangen habe.
Irenaus sogt: er habe die Lehre von .zwei Naluren inChristo, von Polycarpo, Polycarpus von Johanne. Also sindetliche Stücke bei den alten Scribentcn, welche als Historien