Druckschrift 
3 (1829)
Entstehung
Seite
45
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auf dem Reichstage zu Regensburg 1541 ic. si-

chre äußerliche Regierung sei eine schöne Pracht und Zierde derWelt, darauf zu halten, es sei die Religion, wie sie mag.

Aber dieser Trotz wird die Lange nicht aushalten. WennAbgötterei und Gotteslästerung in der Kirche ist erkannt und auf-gedeckt worden, und gleichwohl mit Tyrannei vertheudingt, so istdie Strafe nicht fern gewesen, wie jetzund leider auch vor Augen.Denn ohne Zweifel Abgötterei und öffentliche Unzucht in der Kir-che die vornehmsten Ursachen sind, darum Gott den Türken solchegrausame Wucherei über Europa verhänget. Unser Herr JesuSChristus, der Sohn Gottes, wolle seine wahrhaftige Kirche er-halten, schützen und reinigen!

Dieweil denn die Bischöfe selbst, die öffentlichen und erkann-ten Jrrthümer nicht wollen fallen lassen, welche doch von denIhren verworfen, flehet man wohl, daß sie zu wahrer und christ-licher Einigkeit nicht geneigt sind, und ist diese ihre Halsstarrig-keit nicht wenig zu verwundern, so doch dieses folgende Buch,welches als eine Anlegung und Form der Vergleichung beidenTheilen vorgelegt, zu ihrem großen Vortheil gestellet ist, und vielegroße Jrrthümer sammt ihrer unmäßigen Gewalt und Pracht be-stätigen. Und wiewohl Etliche dieser Jrrthümer nicht subtil ver-schlagen, und leichtlich zu merken sind, so sind doch die andernheimlich eingcflochten. Darum will ich etliche Stücke kürzlich an-zeigen, und will dem Buche Nichts auflegen, das nicht der Buch-stabe und sein natürlicher Verstand selbst mitbringet, auch vielandere weitläufige Reden, die doch neuen Zank hätten bringenmögen, fallen lassen.

In den Artikeln von der Kirchen, item von bischöflicher Ge-walt, sagt das Buch im Grund und eigentlich, so viel: Die Kir-che sei die Versammlung der Guten und Bösen, doch gebundenan solche Bischöfe, welche den Titel, Kraft der gewöhnlichen Sue-cession haben; item, gebunden an ihr Gesetz, und daß solche bi-schöfliche Kirche in nöthigen Stücken nicht irren möge. Daß auchallein in solchen bischöflichem Gehorsam sei: Vergebung der Sün-den, und Sacrament, und außer diesem bischöflichen Gehorsamsei keine Seligkeit. Das ist im Grunde des Buchs Rede undMeinung, und ist wohl zu merken, daß das Buch diese seineKirchen anbindet an die bischöfliche Succession und Menschcnge-setz, welche das Buch nennet das Band der Liebe.

Hier ist zu greifen, was bei uns gesucht ist, nämlich: daßwir nicht Gliedmaßen Christi zu achten, keine Vergebung derSünden, keine Taufe, keine Seligkeit haben könnten. Dagegen