auf dem Reichstage zu Regensburg 1541 rc. Zg
Herrlichkeit nicht sein. Und wiewohl unsere Lehre nicht mit demRcichthum streitet, straft sie doch ihren ganzen Stand, Messe,vota, und ihre angemaßte Gewalt.
Diese Fundament« will das Buch oder die Reformation er-halten, darum wenn gleich die Reformation vorgenommen würde,so ist doch unserer Lehre damit noch nicht genug geschehen, undsollten wohl Messe, vota und andere Jrrthümer mehr bestätigetwerden.
Daß man aber dagegen auch sagt, die Schulen sielen, undwürde in Kurzem großer Mangel gespüret werden auf beidenSeiten, an Personen, so zur Kirche und Negierung zu gebrau-chen; item, es sei bei den Unseren eine große Unordnung; dieHerrn förderten die 8 tuäia nicht, die Städte hätten nicht Kir-chengütcr zur Erhaltung der Ministerien und Schulen, die Prie-ster hätten keine Aufseher, keine 8 )nollo 8 , würden an vielenOrten übel gehalten, hätten keine Hilfe, Zucht zu erhalten, essei Alles ein zerrissenes Ding; die Jugend und das Volk habekeine Furcht, und die Kirchenzucht werde wild; item, obgleich jetztunsere Kirchen mit ziemlichen Personen versorget, was will her-nach werden? tjuaÜ 8 erit tertirw P08t I'onreranum? Und inSumma, es scheine, als werde man also kein Regiment erhaltenkönnen. Diese Klagen bewegen mich nicht wenig, kann auchwohl denken, daß mit der Zeit wiederum große Veränderungengeschehen werden; ich kann aber auch nicht sehen, so Bischöfeund Stifte bleiben, wie sie sind, daß damit unfern Kirchen ge-holfen werde. Denn so gleich eine scheinende Concordia würde,so würden sie doch unsere Priester drücken. Item, sie sind nichtdie Leute, die 8 tu,Iia oder Kirchen fördern, oder Zucht erhalten;will unsere Obrigkeit ziemlichen Fleiß thun, so ist diesen Ge-brechen leichtlich besser zu rathen. Und in Summa, wäre eSihr Gemüth, eine christliche Reformation vorzunehmen, würdensie wahrlich die Zeit mit uns Geduld haben, würden nicht zu-vor unsere Lehre zerreißen, sondern desto mehr eilen zur Refor-mation.
Und schließe ich endlich also, daß um keiner Ursach willen,Frieden, Krieg oder Reformation, die rechte Lehre zu zerreißenund Unrecht zu willigen. Dieses ist die christliche Regel, darnachandere Sachen zu richten. Denn dieses ist das höchste Gebot;„kiunv auciito."
Dieweil denn in diesem Buch viel große Mängel in derLehre sind, so ist es nicht anzunehmen; denn nämlich: es sind