Druckschrift 
3 (1829)
Entstehung
Seite
38
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38 Relation beS gehaltenen Gesprächs in ReligionSsachen

Und obgleich das Buch nicht so ganz klar in etlichen Arti-keln, so müsse man doch mit den Anfahendcn Geduld haben, undsei deshalb Etwas nachzugcben, wie wir selbst mit den Anfallen-den bei uns Geduld haben. Wahr ist's, daß diese Ursachen großund wichtig und wohl zu betrachten sind, wollte auch, daß solchegroße Sache durch verständige Leute berathschlagct würde.

Erstlich von der Reformation zu reden, und was kais. Maj.Gemüth sei, weiß ich nicht, daß aber Ihre kais. Majest. einenchristlichen Anfang machte, ohne Zerrüttung rechter Lehre undunserer Kirchen, das wäre wohl zu wünschen. Nun ist dieß Buchim Grunde eine Stärkung vieler Mißbräucl , und eine Verän-derung unserer Lehre. So wir's nun annehmen könnten, wolltefolgen, daß bei dem Gegentheil nicht der Anfang zur Reforma-tion gemacht würde, sondern die Mißbrauche und Verfolgungenmehr gcstärket. Denn der Gegentheil würde das Buch zu sei-nem Vortheil brauchen ; als wenn Einer die Wallfahrt strafte, sowürde man sagen mögen, das Buch lobet der Heiligen Anrufung,,und ihn deshalb verfolgen.

Weiter ist zu bedenken, was sich bei uns zutragcn möchte.Das ist ganz gewiß, daß viele der Unfern dieses Buch nicht an-nehmen, ganz oder halb, so ist alsbald SpaltuM unter uns.Etliche Prediger werden dawider predigen und schreiben; ich willes auch selbst mit Gottes Hilfe anfechten. So nun Einer dasBuch halten wollte, der Andere nicht, so würden neue Spaltun-gen, und bei dem Volke Haß wider die ganze Religion, oderVerachtung und vielleicht Aufruhr, und bei den Frommen vielBetrübniß und Aergerniß. Diese Gefahr ist so groß, daß dasBuch mehr zu scheuen, denn die Reformation dergestalt zu fördern.

Ich kann auch nicht sehen, wenn's gleich geriethe, was auf-gerichtet würde, denn daß nun künftighin drei Parten waren: diePapisten, die Evangelischen, und die diesem Buch anhängig, unddeuteten dasselbige wie sie wollen; verspotteten die andern beide,und hielten selber doch dieses Buch nicht, ohne wo es ihnendienete.

Zum andern so ist die Reformation ein ungewisses Ding,und wie ich's ansehe, unmöglich dazu. So sie dem Buch nachvorgenommen wird, so bleiben Papst, Bischof, Prälaten, Pfaffen,Mönche in jetziger Herrlichkeit, Gewalt und Reichthum. Wo nunsolches bleibet, folgen alle Mißbräuche, die jetzund sind. Dennob man gleich statuta macht, die Personen sollen fromm undgelehrt sein und der Kirche dienen, so kann cs doch in solcher