Druckschrift 
3 (1829)
Entstehung
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An den Rath zu Nürnberg,

von dem entstandenen Streit zwischen den Predigerndaselbst, von der Absolution, vom I. 1539.

IVottes Gnade durch unseren Herrn Jesum Christum! Ehrbare,Ehrsame, Günstige Herren. Nachdem uns die Uneinigkeit, so sichzwischen den Herren Pradicantcn bei euch zugetragen, von Her-zen leid ist, und selbst zum höchsten geneigt sind, allen Fleiß vor-zuwendcn, so viel uns immer möglich, die Uneinigkeit zu stillen,und Acrgerniß zu wehren, habe ich, vr. Martin Luther, nichtunterweges lassen können, für dieser Zeit insgemein, und inson-derheit die Herren Prädicanten (wiewohl mir des Herrn Osian-dri Meinung dazumal nicht bewußt) zur Einigkeit und zum Frie-den zu vermahnen, und dieweil Ew. W. uns Beider Schriften zubesehen zugeschickt, haben wir dieselben mit Fleiß gelesen underwogen, und habe ich, I)r. Martin Luther, abermal an denOsiander geschrieben, und ihm meine Meinung davon angezeigt.Gott gebe Gnade, daß es diene zu Friede und Einigkeit, wie zuverhoffen; denn wir zweifeln nicht, beide Theile meinen cs gut,und mit gut christlichem Herzen, und suchen in dieser Sachenichts Anderes als gemeine Besserung, und ist auf Ew. W. Fra-gen, dieses unsere Meinung und Antwort.

Wiewohl wir die privatim» absolutio»»«»» für sehr christlichund tröstlich halten, und daß sie soll in der Kirche erhalten wer-den, aus Ursachen, die wir Ew. W. zuvor und sonst geschriebenhaben, so können und wollen wir doch die Gewissen nicht so hartbeschweren, als sollte keine Vergebung der Sünden sein, ohneprivatim» absolution«»»,. Denn auch die Heiligen von der Weltan, nicht privat,»»»» absolutio»«»»» gehabt haben, sondern sie ha-ben sich müssen trösten durch gemeine promissio» und ihrenGlauben daraus bauen; und ob schon David von seinem Fall