20 Consultation, ob die evangel. Fürsten mit den Bischöfen
Bischöfe, oder andere Verfolger bleiben, wie wohl zu besorgen,denn Gottes Wort weissaget vornehmlich von Prälaten der Kir-che, und den Gewaltigen, daß sie in der Kirche Abgötterei undTyrannei treiben werden, bis an das Ende. So siehct man, wieversteckt sie sind, daß der Bischof von Augsburg selbst geschrie-ben: er habe nicht Hoffnung zu Mittelwegen; denn er merke, daßdie großen gewaltigen Bischöfe so halsstarrig sind, ehe sie Etwasnachgeben, wollen sie lieber den ganzen christlichen Namen verlö-schen lassen; also rühmet dieser Bischof seine Gesellen. So langenun die Bischöfe also im Jrrthum bleiben, müssen wir sie ver-bannt halten, nach der Regel Pauli: „So Jemand ein ande-res Evangelium prediget, denn ick, der soll verbannet sein." Dazuist's an ihm selbst eitel unmöglich Ding, Verfolger für Bischöfezu halten. Man kann bei ihnen keine Oräinatio suchen, so siedieselbe auch mit unchristlichen Eiden verbinden wollen. So hattenauch unsere Kirchen und Prädicanten kein Gutes, keine Forderung,keinen Schutz von ihnen zu gewarten, und in Summa, diesesbedarf keiner langen Erzählung; es wäre eben, als ob man denWölfen eine Herde Schafe befehlen wollte. Wo nun die Bischöfeund andere Stände im Jrrthum bleiben, so mögen die Fürstenund Stände dieses Theils um einen weltlichen leidlichen Friedenansuchen, als mit Nachbarn eines fremden Glaubens, wie Israelfriedlichen Durchzug sucht bei Edom; wiewohl es schwer ist, daßRegenten also still sitzen sollen, und zusehen, daß man ihnen dieChristen an der Seite ermordet, Abgötterei und Unzucht stärket.Es ist auch schwer, daß die Bischöfe, Dompfaffen und Aebte inGütern sitzen bleiben, und hungern das Evangelium aus, undhindern, daß man nicht Leute ausziehen kann. Aber dieweil dieGewaltigen in Städten, auch an den Höfen, dem Evangeliogrimmig feind sind, und allerlei Untreue bei den Unterthanen zubesorgen, soll es vielleicht also sein, wie Daniel gesagt, daß wirkeine Hilfe haben werden. Der Adel besorgt, die Bisthümer undgroßen Stifte kommen aus ihren Händen; die Gewaltigen inStädten haben viel zu thun mit den Fürsten, die dem Evangelioentgegen sind, werden auch der Sorge und des Kostens müde,und ist das menschliche Herz ohne das leichtfertig, fällt leicht inVerachtung Gottes, und siehet, wo die Welt hin geneigt ist. Ausdiesen Ursachen wollte es schwer und sorglich sein, zu kriegen;darüber bcdenken wir auch, so cs einmal angefangen würde, wel-che Verwüstung zu besorgen, ehe die Regiments wiederum gefaßtwürden? Darum mögen die Fürsten und Stände dieses Theils