einen weltlichen Frieden rc. annehmen können. 21
im Namen Gottes einen weltlichen leidlichen Frieden mit demGegentheil suchen und annehmen; doch daß sie sich nicht ver-pflichten, die Lehre nicht auszubreiten.
Zum andern, so wir gleich eine Kirchene'migkeit machen woll-ten, so wird sich's doch daran stoßen, man wird bei uns suchen,daß wir den Papst für den obersten Bischof erkennen und hal-ten, wird auch vielleicht die Kaiserliche Handlung also fürgenom-men durch päpstliche Zulassung und Bewilligung; darauf sind wirendlich bedacht. Obgleich der Papst sich gegen deutscher Nationalso erzeigt, den Stiften und ihm zu gut, unsere Lehre und Ce-remonien uns zuzulasscn, so müssen wir ihn doch als einenVerfolger und Verbannten halten, laut der Regel Pauli: „SoEiner ein anderes Evangelium prediget rc." Denn er wird seineJrrthümer in andern Königreichen nicht abthun, sondern diesel-bigen mit viel größerer Wütherei bestätigen, denn zuvor: Nunsind wir schuldig, solche Jrrthümer anzufechten, wie wir auchvon etlichen frommen Leuten aus Italien erinnert, wir sollennicht einen solchen Frieden annehmen, darin andere Nationen aus-geschlossen werden, und nachdem aus Paulo genugsam zu ver-stehen, daß das päpstliche Regiment in der Kircke des Antichrist!Regiment ist, so kann man in seine Hoheit nicht willigen, dieer ihm über die Kirchen genommen und will dieselbigen habenzur« cliviiio, will Macht haben über die Kirchen Gesetze, undGottesdienst zu machen.
Dieses streitet wider viel Artikel der Lehre des Evangelii,die wir bekennen, darum man in solche Gewalt nicht willigenkann; in dem soll man auch nicht willigen, daß er vorgibt, ersei Herr über alle Könige, möge Könige setzen und entsetzen, undrühmet, er habe solchen Befehl von Christo, wie oft in Iureeanonioo und Historien angezogen wird.
Darüber ist sein Regiment mit seinen Kardinälen und ita-lischer Herrschaft nichts Anderes, denn eine öffentliche Tyrannei;reißet Lande und Leute zu sich unter dem Namen der KirchenGewalt, ermordet die Christen, treibt und stärket Abgötterei, Un-zucht, Räuberei, größer, denn nie kein heidnisch Reich getriebenhat; >po nun darauf gehandelt würde, daß wir um Friedens wil-len den Papst wiederum für den obersten Bischof halten woll-ten, so wollte er auch gegen uns seine Gesetze relaxiren, und rc.Darauf wird noch sein auzuzeigen, daß wir gleichwohl in daspäpstliche Regiment nicht willigen könnten; denn der Papst bleibtein Verfolger, und erhält noch seine Jrrthümer bei Andern, und