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bloß dm Schädel, auch die weichen Theile deS Gesichtes, suchen amerika-nische Völkerschaften sonderbar zu entstellen, indem sic dabei eben so wenigGeschmack an den Tag legen. Die Botokudcn, deren durchbohrte Ohrenoder Lippen große Holzscheiben umschließen, sind ihrer häßlichen Physiono-mic wegen bereits allgemein bekannt geworden. Auch das bei vielen Stäm-men übliche Bemalen der Haut mit rothcr Farbe kann hierher gezählt wer-den ; doch darf man nicht dieser Gewohnheit das allgemein rothfarbigeAnsehen der Amerikaner zuschrciben, wie einige Schriftsteller uns glaubenmachen wollen; ihre röthlichc Hautfarbe ist eine durchaus natürliche, welchedie Kunst mw unterstützt, keineswegs hcrvorgcbracht hat. Daß diese rothe,von Morton wohl am richtigsten zimmtbraun genannte Farbe nicht beiallen Nationen gleich stark entwickelt ist, — wer wird sich darüber wundern,der die mannigfaltigen Farbcnnüanccn der östlichen Rassen kennt? — dochallgemein wird man zugcben müssen, daß die Farbenschwankungcn der Ame-rikaner ungleich geringer sind, als die der östlichen Nationen. Amerikanerwerden nie schwarz wie Neger, oder weiß wie Europäer; sie schwan-ken nur zwischen einem dunkleren und helleren Zimmtbraun, das bisweilenins Kupfcrige, bisweilen mehr inö Fleischrothc hinüberspielt. Merkwürdi-ger Weise erscheinen die tiefsten Färbungen bei den nördlichen und südlichenStämmen, zumal bei den Kalifo r n i c r n und Patagonen, währendgerade die mittleren, fast unter dein Acquator ansässigen Stämme der Bor-roa, GuaikaS, Ariken die hellsten sind. — Gesetzmäßiger als dieseFarbenverschicdcnhciten scheinen gewisse Schwankungen der GcsichtSzüge zusein. Man weiß ziemlich allgemein, daß die alten Mexikaner durcheine große, stark gebogene, der altrömischen nicht unähnliche, nur etwasfleischigere Nase sich auözcichnctcn, und erkennt diesen Hauptzug ihrer Phy-sionomie nicht nur an den noch jetzt lebenden Nachkommen, sondern auchauf den Baudenkmalcn und den mit Bildern gezierten Manuskripten, welchesich aus der früheren Kulturcpoche des merkwürdigen Volkes bis auf unsereTage erhalten haben. Diese Nascnform ist aber keineswegs den Mexika-nern allein eigen, sondern sic findet sich auch bei den Peruanern undden meisten nordamcrikanischcn Völkerschaften, besonders denjenigen, welchefrüher die südlichen und östlichen Theile der vereinigten Staaten bewohnten.Dagegen fehlt die bemerkte Nascnform sowohl den Nord-Polarvölkern, denEskimos, als auch dem größten Theile der Südamerikaner, namentlichden Bewohnern Brasiliens, den Patagoncn, Fcucrländernund Ureinwohnern Chilis. Diese Völkerschaften haben vielmehr Kncziemlich gerade, stumpfe, unten breite, sehr bauchige Nase von ebenfalls
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