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leicht überall dem sphärisch-quadratischen Typus am nächsten stehend, hatdie Schädelsarm der Amerikaner dach nirgends den rein mangalischen Aus-druck, sandern neigt zu eigenthümlichen, durch die gesenkte Stirn, die weitenAugenhöhlen, die massiven Kiefer und die Abplattung des Hinterkapfes aus-gezeichneten, zum Theil mehr ovalen, selbst elliptischen Farmen. Alleindiese natürlichen Differenzen werden weit übertrvffen von den künstlichenDesarmitäten, die wir bei den verschiedensten Natianen im Narden wie imSüden Amerikas antreffen. Dort haben die plattköpfigen Stämmeam Kolumbia-Fluß, oder die kegelköpfigen Natchez am unteren Missisippi;hier die seitlich zusammengedrückten, nach oben und hinten aufgebundenenSchädel bei den Peruanern der Hochebenen aus dem Hu an ka-Stamme,oder die nach entgegengesetzter Richtung verdrückten, am Hinterkapf senkrechtabfallenden Küstenbewohner der Chinchas die Aufmerksamkeit der Reisen-den in gleichem Grade erwecken müssen. Alle diese sonderbaren Formenwurden künstlich durch Pressung oder Einschnürung des Kopfes bald nachder Geburt hervorgebracht, und von den Angehörigen des Kindes mit umso größerer Sorgfalt gepflegt, je vornehmer und reicher die Familie desNeugebornen war. D'Orbigny, der das Menschengeschlecht Südamerikaseben so sorgfältig, wie die Thierwelt, studirt hat, versichert, in den von ihmgeöffneten besseren Gräbern alter Peruaner auch immer die ausgeprägtestenTypen der besonderen Schädelform gefunden zu haben; ja selbst bei denkleinsten Kindern wollen andere Beobachter schon Unterschiede des Schädel-baues, welche mit jenen künstlichen Entstellungen in Harmonie stehen, ent-decken können ")- Ist diese Annahme richtig, so darf man vermuthen, daßeine künstliche Bildung allmälig zur natürlichen geworden sei, und der ersteKeim sich den Einwirkungen gefügt habe, denen die früheren Generationenbeharrlich im spätem kindlichen Alter ausgesetzt worden waren. Aber nicht
13) D'Orbigny'S Beobachtung bezieht sich auf die schmalkvpfigen, flach gewölb-ten, stark »ach hinten oerlängertcn Schädel der Aymara'S, einesVolksstammeS, welchersich von Bolivien bis nach Per» erstreckt. Daß das regelmäßige Oval dieser Kopfe einenatürliche Form, und nicht durch Kunst hcrvorgcbracht ist, erleidet bei näherer Unter-suchung der Schädel keinen Zweifel; allein eben so bestimmt läßt sich aus den Schädelndcr Huanka's und ChinchaS erweisen, daß sic durch künstliche Manipulationen ent-stellt sind. Die Schädel der Höllischen Sammlung lehre» das unzweifelhaft. Somit fälltdenn die oben geäußerte Vermuthung, als ob künstliche Deformitäten zu natürlichen wer-ten konnten, insofern wenigstens fort, als sic sich auf den Bau der Aymaraö stützt;denn deren Schädel ist nicht künstlich zugcrichtet, sondern ursprünglich von Jugend auf sogebildet gewesen, wie er im Alter erscheint.