Färbung häufiger Vorkommen, als männliche. — Nie produeirt nun einHauöthier eine andere Farbe, als eine solche, die in der Mischung seineswilden Farbcnklcidcs liegt, und je vorherrschender der eine oder der anderevon den Mischungöthcilen ist, desto schneller und bestimmter tritt er alsHauptfarbc der Varietäten hervor. Hat er einmal dann bei diesem oderjenem Individuum sich geltend gemacht, so behauptet er sich ferner; und sokommt eS, daß gewisse Spielarten nur diese Färbung annehmen, bei anderendagegen eine zweite Grundfarbe die herrschende wird. —
Nach solchen Thatsachen sind wir also berechtigt, die Möglichkeit, daßalle Menschen von einem einzigen Paare abstammcn, zu bestreiten; wirsehen uns vielmehr durch die großen Verschiedenheiten der Nationen untereinander genöthigt, die ursprüngliche Entstehung mehrerer Menschenpaarezu behaupten. Wir können die Richtigkeit dieser Ansicht allein schon durchdie bloße Betrachtung der Farbe bei den verschiedenen Nationen darthun.Sollten nämlich alle Nationen von Einem Paare abstammcn, so mußtensämmtliche Farbennüanccn aus Einem Grundton sich hcrleitcn lassen, wasmeiner Meinung nach unmöglich ist. Wäre auch wirklich das Schwarzdes Negers ein verbranntes Weiß vom Europäer, und läge das Gelbe desMongolen in der Mitte, so würde doch die kupferrotste Farbe des Ameri-kaners nicht in diese Skala passen. Man würde mit Recht fragen können,warum sind die Ncuholländer und Papuas schwarz geworden, während dochdie der Linie näheren Bewohner der Gescllschafts- und Freundschaftsinselngelbbraun blieben; man würde ferner beantworten müssen, warum inAmerika alle Nationen von der Baffinsbai bis zum Feucrlande eine imGrundton gleiche, rothbraunc Farbe annahmen, während auf der östlichenHalbkugel bald weiße, bald gelbe, bald braune, bald schwarze Nationenoft ganz dicht neben einander wohnen H. Man würde also immer auf neueUnbegreiflichkeiten stoßen, weil man von einem unbegreiflichen Grundsätzeausging. — Ucbcrhaupt stellt sich den wissenschaftlich geläuterten Blickeneines vorurtheilsfrcien Forschers die ganze Lehre in einem so ungünstigenLichte dar, daß er getrost annchmen kann, kein ruhiger Beobachter würde
Diese allbekannte Thatsache ist um se> wichtiger, als sic in ähnlicher Weise auchim Thier-reiche wicderkehrt, mithin beweist, daß der menschliche Organismus bei scincrEntstchuug denselben Gesetze», wie der thierische, unterlag. Amerikanische Thicrformcnverbreiten sich eben so allgemein durch den ganzen Wcltthcil, wie die amerikanische Men-schenrasse ; während auf der östlichen Halbkugel die Thicrwclt mannigfaltiger und cigcn-thümlichcr abweichend erscheint. Auf gleiche Weise geht hier der Mensch in eine größereAnzahl von Stammraffc» mit zahlreichen nationalen Modificationcn aus einander.