Druckschrift 
Geschichte der Schöpfung : eine Darstellung des Entwicklungsganges der Erde u. ihrer Bewohner ; für die Gebildeten aller Stände
Entstehung
Seite
564
Einzelbild herunterladen
 

864

präadamitischc hielt. Genaue Untersuchungen aber erkannten darin zweisorgfältig Begrabene, deren BestattungSzeit sicher nicht früher fällt, als derUrsprung der Austernbank, die sic nun zum Thcil umschließt. WaS es da-gegen für ein Bewandniß habe mit den Menschcnfährtcn, die man auf nor-malen Schichten in Nordamerika bei Athens-Georgia auffand, steht zurZeit noch dahin; doch scheint die Annahme einiger Augenzeugen, daßkünstliche Fabrikate aus späterer Zeit seien, um so mehr Glauben zu ver-dienen, als die Spuren sperrig gestellte Zehen besitzen und um ein Achtelgrößer sein sollen, als die der jetzigen Indianer -).

Nach solchen Zeugnissen hat der forschende Gcognost wohl Ursache,die Eristenz präadamitischer Menschen zu verneinen ^) und die Sage vonder Sündfluth für eine dichterische Ausschmückung einzelner, noch in diehistorische Zeit fallender großer Ucbcrschwemmungen zu erklären, wenn erihr überhaupt irgend eine faktische Bedeutung zuschrciben will.

Wir wenden uns, nach Beseitigung dieses Problems, zur Lösung einerschwierigeren Untersuchung, die gleichfalls in der jüdischen SchöpfungSsagcihre Hauptstütze findet, allein nicht mit so leicht nachweisbaren Thatsachenwiderlegt werden kann. Jene Sage berichtet uns, daß alle Menschen derErde von Einem Paare abstammen, und daß Eva die Mutter aller Sterb-lichen, aus einer Rippe Adams, des Mannes, gebildet sei. Dieser letztereZusatz ist gewiß nicht wörtlich zu nehmen, vielleicht nicht einmal im Sinnedes Dichters selbst, und scheint überhaupt keine allgemeine Ansicht des Vol-kes gewesen zu sein, da er erst an einer späteren Stelle (Mosis I, 2. 2k)vorkommt, nachdem schon früher (I, 1. 27) die gleichzeitige Erschaffungvon Mann und Weib gelehrt worden ist. Schon deshalb brauchen wirihn nicht weiter zu berücksichtigen. Was aber die Entstehung aller Men-schen von Einem Paare überhaupt anbetrifft, so läßt sich diese Lehre, beiwissenschaftlicher Erörterung, nur durch die eine Thatsachc unterstützen,daß alle Nationen der Erde zu einer und derselben Art (spaoio«) im natur-historischen Sinne gehören, und ihre Unterschiede lediglich als Varietäten-^

2) Man weiß jetzt, daß die hcrumzichcuden Jndiancrstämmc solche Fußspuren inFclscnwäude und harte Streiten cinhlcbcn, um dadurch ihren Nachfolgern ihre Anwesen-heit und die Richtung ihres Abzuges zu bezeichne»; sic finden sich, sowohl paarig alsschrittföruiig gestellt, a» mehreren Orten des Innern Nordamerikas.

3> In jüngster Zeit hat man wieder vielfach von fossilen Mcuschcngcbeincn geredet,ohne ihre Alter mit Sicherheit fcststcllcn zu können; das gilt namentlich auch oon denMcnschcnzähncn, welche mau im Bohncrz der Schwäbische» Alp mit mivcencn Knoche»gefunden hat. IIaIIi.»cbo r.'Nselir. f. cl. xos. diu»,rer. I. 2. 122.