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Nächst dm Pachydcrmcn sind ohne Frage dir Raubthicrc für dm Cha-rakter der präadamitischm Säugethicre die wichtigsten Zeugen, weil ihreKnochen sich am häufigsten finden und ihre Gebeine sich am besten, ver-größeren Härte wegen, erhalten haben. Dm Fundorten nach gehören sicdm jüngeren Perioden vor der Gegenwart an, welche Thatsachc insoferninteressant ist, als sie den Beweis führt, daß die pflanzenfressenden Land-säugcthicrc älter sind, als die Fleischfresser; wie cs die auf jene angewie-senen Bedürfnisse dieser mit sich bringen. Man unterscheidet gegenwärtigdrei Hauptglicder unter dm Raubthicrm: die omnivorm Bären, mitstumpshöckcrigm Backzähnen; die ächten karnivoren, mit 6Schncide-zähnen, einem dreiseitigen Flcischzahn und spitzzackigcn Backzähnen, und dieInsektivoren, kleinere Geschöpfe mit spitzzackigcn Backzähnen, schwan-kenden Schneidczähnen und Schlüsselbeinen, welche den übrigen Gruppenfehlen. Alle drei Abthcilungen bieten uns diluviale, die meisten auch ter-tiäre Arten dar, namentlich zunächst die Bären aus der typischen Gattungblrsus. Europa besitzt jetzt zwei Bärenartcn, darunter dm Eisbären, derallein im hohen Norden sich findet; früher waren eben so viele Arten inunseren Gegenden einheimisch. Die eine derselben ist wegen des häufigenVorkommens ihrer Gebeine in dm verschiedensten Höhlen Europas, ganzbesonders aber in dm westphälischcn und fränkischen Höhlen (S. 522),unter dem Namen.des Höhlenbären (U. sp6li>eu8) eine der bekanntestenund gewöhnlichsten Thierartm der Vorwclt. Wir liefern die Abbildungihres Schädels (Fig. 1) zugleich mit dem Schädel der anderen fossilen Art(0. priseus, Fig. 2) und des braunen Bären (U. m-clos, Fig. 3), um so-wohl die formellen Unterschiede, als auch die relative Größe der ganzenThicre daran anschaulicher zu machen. Der Höhlenbär war fast um einDrittel (genau im Verhältniß von 9 zu 7) größer, als der heutige brauneBär, und übcrtraf noch dm Eisbären um ein Beträchtliches; allein seinNaturcl muß milder gewesen sein, als das des letzteren, ja vielleicht wardas große Thier noch weniger wild, als der braune Bär. Dafür sprichtdie relativ geringere Entwickelung des Gebisses, besonders der Eckzähnc, diestark gewölbte Stirn und die geringe Höhe der Schcitclkantm am Schädel.Vergleichen wir in dm drei genannten Beziehungen die abgcbildetcn Schä-del, so crgicbt sich, daß Ursus priseus, welcher nur die Größe des braunenBären erreichte, relativ größere Fangzähne, kürzere Mahlzähnc, eine vielniedrigere Stirn und höhere Schcitcllcistm hat, als die beiden anderen Ar-ten, aber in allen genannten Punkten dem Eisbären ähnlicher ist, als dembraunen Bären. Jndcß übcrtraf er dm Eisbären nicht, weder an Größe,