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Geschichte der Schöpfung : eine Darstellung des Entwicklungsganges der Erde u. ihrer Bewohner ; für die Gebildeten aller Stände
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thierknochen kommen häufig vor; sie gleichen denen der lebenden Art imGanzen so sehr, daß die Einerlcihcit beider fast wahrscheinlich wird. VieleKnochcnhöhlen und Knochcnbrcccicn sind mit den Gebeinen dieser Thicrcerfüllt. Daö merkwürdigste fossile Glied der Wiederkäuer dürfte übrigensdie Gattung 8ivgtlmrium sein, eine der Giraffe zwar ähnliche, aber dochzugleich durch ihren plumpen Bau an Pachydermen mahnende Form, derenSchädel am Fuß des Himalaya entdeckt wurde, und die frühere Eristcnzeiner gegenwärtig auf Afrika beschränkten sonderbaren Gestalt auch in Asiendarthut. Ganz kürzlich hat man übrigens nicht bloß in Indien, sondernauch in Frankreich den fossilen Unterkiefer einer ächten Giraffe beobachtet;sie war also zur Diluvialzcit selbst in Europa einheimisch. Nächst Hirsch-gebcincn finden sich am häufigsten Ochsenknochcn. Die DiluvialschichtenEuropas enthalten vorzüglich drei Arten, wovon die eine (Los priseus)dem lebenden Auerochsen entspricht, die andere (L. primigonius) mit demHauSochsen am meisten harmonirt, und die dritte seltenste (L. Lallasü),welche bis nach Sibirien sich verbreitet, dein amerikanischen Polarochsen(L. moselmtus) nahe steht. Eine vierte fossile Art (L. bomlülrons) kommtin Nordamerika vor und scheint dem dortigen Auerochsen (L. ameiicanus)analog zu sein.

In der Gesellschaft von fossilen Hirschknochen finden sich sehr häufigauch Pferdcknochen; sic beweisen das Vorkommen des edlen Thicrcsin der Vorwclt nicht bloß auf der östlichen, sondern auch auf der westlichenHalbkugel. Außerdem bieten unS die mittleren tertiären Schichten desRhcinthalcS noch ein pferdcartigcs Geschöpf (llPpotllkriuiu) dar, welchesneben dem einen Haupthufe zwei kleine, von den hier größeren, am Endebreiten Griffelbeincn getragene Aftcrhufe besaß. Mail hat von dieser Gat-tung schon zwei Arten aufgefunden; die eine entspricht dem Pferde, dieandere dem Esel in der Größe.

Die merkwürdige Gruppe der Edentaten, mit welcher man dieReihe der Krallcnsäugcthicrc zu beginnen pflegt (S. 418), gehört der süd-licheil Halbkugel in der Gegenwart an, und findet sich auch fossil in Eu-ropa nur höchst selten, ja ist hier vielleicht kaum genügend nachgcwiescn.Dagegen bietet Amerika eine reiche Schöpfung dieser Gestalten dar, undliefert den sorgfältigen neueren Untersuchungen zufolge noch eine große An-zahl Formen, die der Gegenwart fremd sind. Das »leiste Erstaunen erregenmit Recht die plumpen Riesenthierc oder Gravigraden, welche in sichdie Eigenschaften der jetzigen Faulthicrc und Gürtelthierc verbinden; vonjenen den kurzen runden Kopf mit den welligen eylindrischcn Zähnen, von