Druckschrift 
Geschichte der Schöpfung : eine Darstellung des Entwicklungsganges der Erde u. ihrer Bewohner ; für die Gebildeten aller Stände
Entstehung
Seite
507
Einzelbild herunterladen
 

denn Affen haben viel längere Zehen und nicht so ungleich große Hände;Bcutclthierc, wofür die meisten Zoologen sich entschieden, besitzen vorn keineHände, auch nicht so große Hintere; und endlich Amphibien, wenn sieKrallen tragen, ungleich längere, sperriger gestellte Zehen. Dennoch glaubeich, daß diese Spuren nur von Amphibien hcrrührcn, und einem der unter-gegangenen Labyrinthodonten zugcschricben werden müssen, welche in denSchichten der Trias begraben liegen. Für ein solches würde freilich dasMißvcrhältniß beider Gliedmaßen und die Kürze der Zehen ebenfalls eineüberraschende Anomalie sein, aber doch keine so große Paradorie, wie dieHalslänge von lüesiosaurus, oder der verlängerte Flugfinger bei ptoia-ckacHlus. Die Breite der Zehen widerspricht zwar ebenfalls dem Amphi-bientypus, kann aber etwas auf Rechnung des Eintrocknens geschoben wer-den, und mag daher größer erscheinen, als sie am Geschöpf selbst war.

26 .

Organisation während der tertiären und jüngeren Formationen.

Um den Organisationscharakter der tertiären Epoche am besten über-sehen zu können, ist es zweckmäßig, die Betrachtung möglichst auf dievollendeteren, hier zuerst auftrctcnden Geschöpfe zu beschränken und von denniedrigeren Abthcilungeu des Pflanzen- und Thicrrciches nur eben die Unter-schiede zwischen dieser und der vorhergehenden Periode zu berücksichtigen.

Im Allgemeinen stimmen die Gewächse der tertiären Schichten weitmehr als die früheren, mit dem heutigen Vegctationscharakter ihrer Fundorteüberein; besonders vcrrathcn sie eine ähnliche Differenz nach Zonen undHimmelsstrichen, wie wir gegenwärtig auf der Erdoberfläche finden. Dahersind aus den Kohlenschichtcn der gemäßigten Ländcrgcbictc die cigenthüm-lichen rein tropischen Formen, welche wir früher als baumartige Schachtel-halme oder Calamitcn, als baumartige Lycopodien tPechcloiloiiclron)und Farrenkräutcr (?8->ronius) kennen gelernt haben, eben so verschwundenwie die Palmen; an ihre Stelle dagegen Waldbäumc der Gegenwart ge-treten , deren spezifische Differenz freilich immer noch auf veränderte äußereZustände hinweist. Im Ganzen scheint damals auch die gemäßigte Zonenoch etwas wärmer gewesen zu sein, als gegenwärtig; dies bezeugen manche