noch einige Gestalten, die sich aus lebenden Formen gar nicht ableitenlassen, und ganz unklar bleiben.
Infusorien und nackte Polypen ohne kalkige Achse oder Rindekonnten natürlich, bei der Weichheit ihres Körpers, keine Spuren ihrerExistenz hinterlassen; was wir von der letzteren Klasse kennen, gehört zurGruppe der Lithophytcn mit kalkiger Achse, oder zu den Korallin e nmit kalkiger Rinde, und stellt in beiden Familien die zwei Hauptgruppenlebender Polypen dar, welche wir früher als Moosthierc und Blu-m cuthicrc (S. 370) unterschieden haben. Besonders herrschen die Li-thophyten vor, wenn auch nicht gerade in Hinsicht auf die Zahl der Arten,doch sicher als Masse; sie bilden oft ganze Bänke im Uebergangs - undBergkalkc, deren Vcrthcilung gegenwärtigen Verhältnissen durchaus analogist. Selbst heutige Gattungen, wie 6^lllopll)I1nm, öl-xlregor», tlollkgoraund ^ulopoia, finden sich hier, und neben ihnen Formen, welche, wieicksxug und llotisrig, den lebenden Arten der Gattung sch-ulim.-, sehr nahekommen. Jndeß fehlt es auch nicht an cigcnthümlichcn, nur dieser Pe-riode ungehörigen Polypen; und als solche lassen sich die Gattungen 60 -lumruu'ia, k'svositos, lllsl^ites, tlolamopoia und Lzringopors aufführcn.Ob die sonderbare Gestalt, welche als llrionotns oder Oroptolilkus (Fig. 1)von den Naturforschern aufgcführt und ausschließlich in den mittlerenSchichten der Silurischen Abtheilung gefunden wird, zu den Polypen,oder zu den Cephalopodcn gehöre, war lange Zeit unentschieden. Sie er-scheint als ein dünnes schmales, einseitig oder beiderseits gezähntes Säge-blatt, dessen Zähne, genauer untersucht, hohle Zellen bilden, darin ihrePolypcnnatur unzweifelhaft vcrrathend; wie das Barrande ausführlichnachgcwicsen Und ihre systematische Stellung, durch weitere Vergleichungmit den lebenden Virgularicn, festgestellt hat. —
Die Radialen erscheinen in der ganzen Periode vom Anfänge derOrganisation bis zum Zechstcin vorzüglich als Crinoidccn (S. 373),und entwickeln während dieses Zeitraumes, obgleich auf gewisse Modifica-tionen ihrer Bildung beschränkt, eine überaus große, nirgends in spätererZeit wieder so reiche Mannigfaltigkeit. llcberblicken wir cinleitungSweise allebekannten Typen, die lebenden mit eingcschlosscn, nach ihren Hauptuntcr-schicden, so crgicbt sich, daß der becherförmige Körper der Crinoidccn entwederganz aus nebeneinander liegenden, durch ihre schmalen Ränder verbundenenTafeln, sogenannte Asseln, zusammengesetzt ist; oder aus kurzen, dicken,mit breiten Flächen auf einander ruhenden Platten (i-mlml,-,) besteht, derenZwischenräume von einem weicheren verkalkten Perisom ausgefüllt werden.