Charakter in gleichem Maaße ab, die cigcnthümlich endemischen Formenschwinden, und eine andere, den Bewohnern der gemäßigten und kaltenZonen nach und nach ähnlicher werdende Organisation tritt an deren Stelle.Allein diese Aehnlichkcit bezieht sich nur auf das Allgemeine der Bildung,nicht auf die engere spezifische Uebereinstiminung. Wenn wir also in derTropenzone eines bestimmten Welttheilcs ein Gebirge besteigen, dessen er-habenste Gipfel die Schneercgion (S. 51) erreichen oder überragen, so ver-liert sich allerdings der tropische Charakter dieses Gebiets alsbald mit derHöhe, die wir erstiegen haben; schon bei einer Erhebung von 3000 Fußüber dem Meere verlassen uns die Palmen und mit ihnen die gestimmtentropischen Eindrücke; Laubwälder, die den mistigen ähneln, stellen sich ein,denen je höher hinauf desto mehr Nadelhölzer sich beimischcn, bis letztere ineiner gewissen Höhe (auf den Kordilleren unter der Linie etwa bei 12,000Fuß McereShöhc, auf dem Himalaya schon bei 8000 Fuß) die Oberhandgewinnen und allein noch die baumartigen Gestalten des Pflanzenreichesabgcbcn. lieber ihnen finden sich nur einzelne Sträucher, bald aber bloßKräuter, zuletzt Moose und Flechten, als die äußersten Grenzen der Vege-tation. Alleilt neben dieser allgemeinen Aehnlichkcit erhält sich immer einbestimmter Unterschied, der nicht selten über die spezifischen Grenzen hinaus-gcht, und zu einem generellen oder gar noch höheren wird. Wir werdendaher auf den Hochebenen der Anden keine europäischen Eichen oder Fichtenantrcffen, sondern nur andere, diesem Gebirge eigcnthümliche, analoge Artenderselben Gattungen oder Familien H; wir werden aber auch neben diesenunfern hcimathlichcn Gestalten neue Formen, z. B. die Chinarinden -bäume (S. 301) auf den Cordilleren, erscheinen sehen, die unfern Sin-nen sogleich als fremde Erscheinungen sich verrathcn. In solcher Weisewird also jedes selbstständige organische Gebiet der Erdoberfläche, trotz denallgemeinen Achnlichkcitcn, die es mit anderen Gebieten in seinen verschie-denen Abthcilungen uns darbictcn kann, seine Eigenthümlichkeit behaupten;es wird neben Aehnlichcm auch Abweichendes behalten und durch das letz-tere uns von seiner Selbstständigkeit überzeugen. —
Fassen wir die Gcsaminteindrückc unserer bisherigen Untersuchungübersichtlich zusammen, so lehrt uns die eingestellte Betrachtung, daß
1) Eigentliche Fichten mit langen Nadelblättern gehen in Amerika nicht südlicher alsbis Merikv, von da an vertreten die Gattungen äraucarm und No<loc:>rpu8 ihre Stelle.Auf der östlichen Halbkugel verbreiten steh Fichtenarten bis nach Sumatra, aber ihreHauptgrcnze liegt auch hier außerhalb der Tropen.