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sativnscharaktere, und erkennen sehr bald, daß die periodischen Unterschiede,welche die wechselnden Jahreszeiten in jeder Zone mit sich bringen, fürgleiche Parallclkreisc auch ähnliche allgemeine Verhältnisse hcrvorgcrufenhaben. Wie Europa besitzt Nordamerika seine schattigen, aus Eichen,Buchen, Birken und Nadelhölzern bestehenden Waldungen, seine gras-reichen Weiden, seine der unserigen im Ganzen entsprechende Thierwelt;aber näher untersucht, erscheint uns jede einzelne Baumart eine andere,jedes dort einheimische Thier von dein unserigen verschieden. Auch inSibirien und dem mittleren Hochasicn wiederholt sich eben diese Thatsache;der Totaleindruck der Natur bleibt zwar derselbe, aber die genaue Identitätder einzelnen Formen verliert sich, je mehr wir von einem gewissen Punkteaus nach Westen und Osten vorschreiten. Allein nicht bloß Artuntcrschiedenehmen wir bei näherer Prüfung wahr, auch neue Gattungen oder Fami-lien treten auf, während andere fehlen; oder sie erscheinen hier häufiger,Arten reicher, als dort auf der entgegengesetzten Seite der Erde. SolcheMerkmale erkennt jedoch erst der sorgfältige Beobachter, den flüchtig gewon-nenen Gcsammteindruck ändern sic nicht, die kalte, gemäßigte oder heiße Zonebleibt dennoch überall unter gleicher Breite in ihrer Erscheinung dieselbe.Aber gerade die Differenzen, worauf eine schärfere Untersuchung der For-men leitet, sind eS, welche für den Naturforscher das meiste Interesse haben,die er mit Vorliebe studirt, um das Gesetzmäßige innerhalb der Schwan-kungen aufzufindcn und die Grundursachen zu crrathen.
Zwei Momente scheinen auf diese Unterschiede hauptsächlich einzuwir-ken: weite zwischengelagcrte Meere und hohe, langausgedehntc Gebirgs-züge. Meere haben im Ganzen geringere Bedeutung, nur Oceanc mitihren-erdumspannenden, die Welttheile trennenden Flächen äußern einenmächtigen Einfluß. Von ihnen allseitig umflossen ist A mcrika derjenigeWcltthcil, dessen gesammte Organismen nicht bloß der östlichen Ländcrmasseferner stehen, als die Bewohner von einzelnen Theilen der letzteren untersich ; sondern auch auf seinem langgezogenen Rücken eine viel gleichförmigereWelt von Geschöpfen uns darbietct, als die östlichen Kontinentalmassen.Von keinem hohen Gebirgszuge in anderer Richtung als längs der West-küste von Norden nach Süden durchschnitten, zeigt uns dieser merkwürdigeWeltthcil überall, so weit klimatische Verhältnisse es erlauben, seine eigcn-thümlichen Formen: seine sonderbaren Cacteen (S. 362), seine mitHänden an den Hinterbeinen versehenen fleischfressenden Bcutel-ratten, seine Meerschweinchen, seine zottigen Faulthicre, Gür-telthiere, Kolibris, Tukans, buntfarbigen langgese und seine scharf