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Geschichte der Schöpfung : eine Darstellung des Entwicklungsganges der Erde u. ihrer Bewohner ; für die Gebildeten aller Stände
Entstehung
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abgeschlossenen Penclopidcn. Aber die Kette dcr AndeS ändert seinenCharakter wesentlich, zninal in Südamerika, wo sic am entscheidendstenwirkt. Das Lama, das einzige ursprünglich amerikanische Hausthicr,gehört, gleich dem Mays, nur dem westlichen Abhange der Kordilleren undihren Hochebenen an, die östlichen Nationen haben kein gezähmtes Milchgebendes Geschöpf vor dcr europäischen Ansicdlung besessen, kein Brod lie-ferndes Samenkorn früher gekannt, als bis es die Europäer ihnen zuführ-ten. Ucberhaupt hat Amerika, außer der Kart o fs e l, kein Nahrungögc-wäckS hcrvorgebracht, dessen Bedeutung sich anders als in den Bedürfnissendes Luruö geltend machen könnte; und daher ist cs nicht bloß der jüngere,eS ist auch dcr ärmere, organisch einfachere und beschränktere Welttheil, derseine Stellung, auch wenn sie entscheidender im Bunde dcr Völker werbensollte, lediglich den Mitthcilungen verdankt, die dcr ältere östliche Kon-tinent einer spät wieder gefundenen Schwester, weniger aus Liebe undWohlwollen, als von Habgier und Selbstsucht bestimmt, hat zukommcnlassen.

Wie ganz anders verhält sich dagegen die östliche Länbcrmasse derErde; Asien zumal, die Wiege dcr Kultur, wenn auch nicht der Mensch-heit, und Europa, das freie, vom Lichte dcr Einsicht und Aufklärungvielseitig durchdrungene; beide diejenigen Erdthcile, auf denen dcr Mensch,was er Großes je geschaffen hat, erfand; auf denen die schöpferische Kraftder Natur ihre edelsten, schönsten und nutzbarsten Wesen ins Dasein tretenließ. Nicht die Einförmigkeit der Gestalten ist cs, die wir hier bewundern,es ist die Mannigfaltigkeit und Vielheit derselben, wovon wir überraschtwerden.. Und doch hat die östliche Halbkugel unserer Erde kein so scharfsonderndes Gebirgssystcm, keine so unmittelbare Grenze in sich; fast scheintcs, als ob eine geringere tcllurische Einwirkung hier hinreichend gewesenwäre, die an sich bildsameren organischen Grundclcmcntc zur größcrn Man-nigfaltigkeit zu gestalten. Versuchen wir es, letztere in einigen allgemeinenZügen näher zu schildern.

Ausgedehnteren Bodens hat die alte Welt nicht bloß die größere Zahlvon Arten, sic hat sicher auch die größere Menge dcr Individuen von jeherbesessen und bis jetzt noch behalten. Mindestens um die Hälfte dürste sichdie Gcsainmtmassc der Organismen des östlichen Kontinents über die deswestlichen erheben. Aber wie dieser Kontinent nicht überall gleichmäßigbevölkert ist, so hat er auch nicht überall einen gleichen Organisations-Charakter, und dieser Umstand besonders erhebt ihn über seinen westlichenNachbar. Vier große Gebiete scheiden sich in ihm aus, von denen jedes