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Geschichte der Schöpfung : eine Darstellung des Entwicklungsganges der Erde u. ihrer Bewohner ; für die Gebildeten aller Stände
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Ulis zunächst mit inner Erörterung der geographischen Verschiedenheiten desThier- wie Pflanzenreiches beschäftigen.

Außer dem Menschen und seinem steten Begleiter, dem Hunde,giebt cs in der Gegenwart kein Geschöpf, das gleichmäßig auf der ganzenbelebten Oberfläche des Erdkörpcrs wohnte oder überhaupt wohnen könnte;alle andern haben engere Bezirke, und stets um so beschränktere Gebiete,je eigenthümlichcr und abweichender ihr besonderer Organisationscharakterist. Darum müssen wir, wenn wir von einem gewissen Punkte der Erd-oberfläche ausgchcn, bei unserer Wanderung über dieselbe stets auf andereFormen stoßen, und werden, wenn wir uns die Resultate der Beobachtun-gen zusammenstcllen, bald finden, daß die daraus ableitbaren Gesetze ganzanders lauten, je nachdem wir von Norden und Süden gegen den Acquatorhin, oder von Osten nach Westen zu die Erscheinungen verfolgen.

Berücksichtigen wir zunächst die erstgenannte Richtung, so scheint sichin ihr überall auf der ganzen Erdoberfläche das Vcrbreitungsgesetz der Or-ganismen in so fern gleich zu bleiben, als die Mannigfaltigkeit der Formenmit der Zahl der Arten gleichmäßig in derselben Richtung zunimmt, diewärmere und heiße Zone also stets formenreicher und belebter ist, als dieunter gleichem Meridian gelegene kalte. Wo ewiger Schnee oder Eisden Boden bedecken, hört alles organische Leben auf, oder erscheint nurtemporär an den wenigen Stellen innerhalb dieser Zone, an denen die Eis-decke im Sommer auf Wochen schwindet, unter der Form kleiner unschein-barer Pflänzchen, die den Gruppen der Flechten und Moose (S. 356)angehören und des Mangels buntfarbiger Blüthen wegen einen sehr einför-migen, wenn auch nicht gleichmäßig grünen Rasenteppich gestalten. Thierefehlen an solchen Stellen gemeiniglich ganz, wenigstens Landbewohner;nur das Meer nahe gelegner Küsten pflegt Organismen zwischen seinenEisschollen zu beherbergen und ihnen im Kampfe mit einander, wie mitder kalten Natur, ein mühsam gefristetes Dasein zu gewähren. Aber mitjedem Grade, den wir uns vom Pol entfernen, nimmt das organischeLeben zu, sei es an Zahl der Formen, sei cs an Kraft und Ueppigkcit dereinzelnen Gestalten. Dies letztere gilt namentlich für das Pflanzenreich,nicht aber in demselben Maaßc für die .Thiere. Denn an jene unvollkom-menen Formen der Flechten und Moose reihen sich bald baumartige Gestal-ten, zuerst zapfentragcndc Nadelhölzer (S. 360), denen später diekätzchenblüthigen Laub Hölzer (ämentaeose, ebenda) folgen; und zueiner massenhafteren Ausbildung des Pflanzenindividuums, als sie in denhicher gehörigen Eichen, Buchen, Erlen, Birken, Pappelnund