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Geschichte der Schöpfung : eine Darstellung des Entwicklungsganges der Erde u. ihrer Bewohner ; für die Gebildeten aller Stände
Entstehung
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23.

Geographische Unterschiede der Vrgamsmen in der Gegenwart.

In den vorhergehenden Abschnitten haben wir die typischen Grund-gedanken der Organisation überhaupt und die Entwickclungsrichtung kennengelernt, welche sic seit Beginn der gegenwärtigen Periode gcnoinmcn hat;unsere nächste Aufgabe mag es nun sein, die Unterschiede näher zu prüfen,welche mit der Verbreitung der Geschöpfe über die Oberfläche des Erd-körpcrs im innigen Zusammenhänge stehen, und wohl nicht ohne Grundvon den Differenzen der Zonen und Klimatc unseres Planeten selbst her-gclcitet werden. Denn daß jeder Organismus in seiner besonder» Erschei-nung von den Einwirkungen seiner Umgebung abhängig ist, haben wirbereits früher (S. 353 u. 384) ausgesprochen, wir haben uns dort über-zeugt, daß ganze Klassenunterschiede auf Rechnung solcher Agenten sichschieben lasten, und werden diesen Einfluß der Außenwelt auf die organi-schen Geschöpfe um so weniger leugnen können, als wir noch jetzt an man-chen Arten, welche in historischer Zeit durch den Verkehr der Nationen überdie Erdoberfläche weit verbreitet worben sind, vom Einfluß der Zonen undKlimatc bewirkte Modifikationen wahrnchmcn, denen wir ihren endemischenUrsprung selbst durch die Benennungen der neu entstandenen Rassen fort-dauernd nachrühmcn.

Eine solche Einwirkung ist aber ohne Zweifel um so eingreifender, jeweniger ein organisches Wesen bereits seine besondere Eigcnthümlichkcitbesitzt; sic wird sich vielleicht, wenn wir uns einen gewissen Gattungs-begriff als allgemein eristirend denken, gerade als das bcsondernbe Momentdesselben, als die Ursache, welche jenen allgemeinen Begriff in so vielen,theilwcis abweichenden Repräsentanten oder Arten entstehen ließ, zu er-kennen geben. Diese Ansicht schreibt also nicht bloß die Mannigfaltigkeitder Arten, in denen eine Gattung aus der Erdoberfläche gegenwärtig cristirt,zum Thcil auf Rechnung der äußeren Umgebungen, sondern sie sucht auchdie Abweichungen der Arten eben dieser Gattung, deren Reste sich in denälteren Erdschichten erhalten haben, aus dieselben Ursachen zurückzuführcn,und somit die veränderten Artcharaktcre der auf einander folgenden Schö-psungSperioben aus den stets veränderten äußeren Einflüssen herzuleiten.Es ist daher nöthig, die Gesetze, unter denen die Geschöpfe gegenwärtigaus der Erdoberfläche eristircn, zu entwickeln, wenn man die Differenzfrüherer Perioden gehörig würdigen will; und eben deshalb werden wir