solchen scharf trennenden Eintheilungsbestreben überall hindernd entgegen.Früher, als man entweder die aufgefundenen Formen noch nicht so sorg-fältig in allen Theilen untersucht hatte, oder einen großen Theil der Thiereselbst noch gar nicht kannte, war daS viel weniger der Fall, als jetzt, wowir durch sorgfältiges Sammeln und Beobachten nach und nach in denBesitz einer sehr großen Menge von Formen gelangt sind. Daher konntenältere systematische Darstellungen mit wenig Worten ausdrücken, waswir jetzt kaum noch in eine Definition zu fassen vermögen; ja viele Unter-schiede, die in jenen älteren Systemen noch grell hervorgehoben wurden,haben wir nach und nach ganz aufgeben müssen. Eben deshalb lassen sichdie neueren naturgeinäßen Systeme der Organismen, und besonders dieder Thiere, nicht mehr aus so scharf gesonderten Abtheilungen oder Fächernaufführen, wie Linnö, der Stifter des systematisirenden Forschenö inder Naturgeschichte, eS forderte und vollbrachte; es scheinen vielmehr alleGruppen über der Art (sgocios) künstliche, der Natur aufgedrungeneAbtheilungen zu sein, die durch einzelne bisher übersehene Merkmale oderunbekannte Formen sanfter, als eS die systematische Scheidung zuläßt, inbenachbarte Abtheilungen übergehen. Ein solches Verhältniß tritt schonbei den Haupttypen der Thiere ein, und führt namentlich das reguläreSchema ganz allmälig in das symmetrische hinüber, wie leicht zu zeigenist. Entfernt sich nämlich bei einem regulären Thier der Mund aus derMitte des Kreises und wird peripherisch, so ist dadurch allein schon Sym-metrie hervorgerufen und die mehrfache Halbirung, das Kriterium regu-lärer Typen, fortan unmöglich. Aehnlichen Verhältnissen begegnen wirüberall im Thierreiche; immer strebt ein Grundtypus, durch Annahme ein-seitiger Charaktere eines andern, in diesen überzuspringen, und so nichteine Reihe geschlossener Glieder, sondern eine ununterbrochene, durch Zwi-schenglieder verbundene Mannigfaltigkeit der Formen darzustellen, welchesich mit keinem menschlichen Fachwerke genau vergleichen läßt. In derRegel gebraucht auch die Natur mehrere Momente der Differenzirung zu-gleich , und läßt die Differenzen der einzelnen Momente nicht zusammen-fallen, sondern abwechseln, woraus denn sofort Zwischenglieder entstehen,welche die erste Differenz eines Momentes mit der zweiten des anderen ebenso verbinden, wie andere Glieder in sich die Verbindung der ersten Differenzdes zweiten Momentes mit der zweiten Differenz des ersten Momentes dar-stellen; mithin auf diese Art vier Gruppen entstehen, von denen zwei alsGegensätze, zwei als vermittelnde Glieder sich betrachten lassen. Auf solcheWeise erscheint ein einzelnes symmetrisches Moment bei typisch regulären
Druckschrift
Geschichte der Schöpfung : eine Darstellung des Entwicklungsganges der Erde u. ihrer Bewohner ; für die Gebildeten aller Stände
Seite
364
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten