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Geschichte der Schöpfung : eine Darstellung des Entwicklungsganges der Erde u. ihrer Bewohner ; für die Gebildeten aller Stände
Entstehung
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der Keim des jungen Pflänzchens sich gestaltet; ist dies geschehen, so heißensie Samen. Die Entwickelung dieses Keimes, des Embryos, im Eichenwird durch das Pollenkvrn eingcleitct, indem dasselbe durch eine nie fehlendeOeffnung des Fruchtknotens, sobald es auf den Rand dieser Ocffnung,die Narbe, gekommen ist, einen langen Schlauch in die Höhle des Frucht-knotens hinabscnbet, und mit dessen Ende durch eine andere kleine Oesf-nung, die Micropyle, welche am Eichen vorhanden ist, in dasselbe ein-dringt. Aus dein cingedrungencn Theile des Pollenschlauchcs entwickeltsich, sei eS unmittelbar-^) oder durch bloße Contactwirkung, der Embryo.Man nennt diesen Art die Befruchtung, weil gleich darauf die Bildung derFrucht mit der Entwickelung des Embryos beginnt und so lange fortdauert,bis sic sich auS dem Fruchtknoten hergcstcllt hat, die Frucht mit dem Sa-men, wie wir uns ausdrücken, reif geworden ist. Alle übrigen Zyklen derBlumen fallen nach der Befruchtung ab, höchstens bleibt der Kelch noch zu-rück, und nimmt dann an der Fruchtbildung entweder unmittelbar Theil,wie beim Apfel, oder mittelbar, indem er die Frucht, wie an der Haselnuß,bloß umhüllt. Die Erscheinung, daß alle peripherischen Gebilde der Pflan-zen, alle Radien des Stammes und der Blume, dem Typus nach dieselbenTheile sind, und bloß in Formen oder Verrichtungen von einander abwci-chcn, wurde übrigens zuerst von Goethe ausgesprochen, indem er sic alsMetamorphose der Pflanze in seiner bekannten Schrift so geistvollund lebendig darstelltc. Zwar hat die Folgezeit im Einzelnen diese Ansichtweiter auögeführt und zum Theil geändert, in der Hauptsache aber sindalle, auch die subtilsten Untersuchungen, zu dem herrlichen Resultate zurück-gekehrt, welches der scharfe Blick dieses göttlichen Sehers so klar und richtigdurch bloßes Anschaucn erkannt hatte.

Dies ist also daS einfache Grundschema der Pflanzcngestalten; einSchema, dessen Ausführung in 60,000 wirklichen verschiedenen Formenimmer noch eine mangelhafte Ncalisirung der unendlichen ideellen Mannig-faltigkeit zu sciir scheint, die wir in ihm anerkennen müssen. Denn dieNatur hat uns, indem sie die 60,000 gegenwärtig bekannten oder sicher

3t Schlei dl-»'s frühere Angabe, daß ein Theil des cingcdrungcncn Pollcnschlan-chcs selbst z»m Embryo werde, schic» durch die spätere» Beobachtungen oon Nmici undM o h l, denen zu Folge der Pollcnschlauch sich nur an den Keimsack anlcgt, aber nichteigentlich in ihn cindringt, ihre Erledigung zu finden. Indessen kürzlich ist Schachtwieder ans Seite des ersten Beobachters getreten, während Hofmeister für die zweitenPartei nahm. Wir können uns, bei so gewichtigen Widersprüche», für keine pon beidenLehren mit Bestimmtheit entscheide». -