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wächst, mithin immer weniger Land über seine Oberfläche hervorragcn kann.Dies Verhältniß dauert aber auch nur seine Zeit, dann wird sich die MassedeS Eises am Nordpol vergrößern, während die dcS Südpolcs anfängt zuerweichen und abzuschmclzcn. Hat diese Erweichung ihren höchsten Graderreicht, so zerbricht die Masse in sich, es tritt Eisgang ein, und der Schwer-punkt geht plötzlich auf die Seite des andern Poles über, wobei die Wasserdes Südpolcs gegen den Nordpol stürzen, die Umgebungen desselben unterihrem Spiegel begrabend. Alsdann bedeckt eine plötzlich hcrcingebrochcncallgemeine Flnth die Ebenen der nördlichen Halbkugel, spült die auf ihremBoden bisher angesessenen organischen Geschöpfe gegen den Pol und hülltsic mit in die großen Eismasscn ein, welche die Gegenden hier bedecken.
So weit haben wir unfern Lesern die Ansicht von Ahdemar mit-gctheilt, ohne sic durch Einwürfc zu unterbrechen; wir wollen nun die letz-teren hören. Wäre nämlich jene Ansicht richtig, so ginge unsere gegen-wärtige Epoche einem unfehlbaren Untergänge, der gegen das Jahr 6500eintrcten müßte, entgegen, und in diese Zeit hätten wir also, wenn auchnicht das Ende der Welt, doch das Ende der jetzigen Menschheit zu setzen.Daß diese trostlose Zukunft meinen Gefühlen widerspreche, hatte ich schonin der ersten Ausgabe cingestanden; ich hatte vielmehr die Hoffnung auS-gcdrückt, daß der Fehler in der Schlußrcihc bald von Physikern aufgedecktwerden möge, meine eigenen Bedenken annoch zurückhaltend. Inzwischenist nun eine solche Erörterung gegeben worden«); man hat sich überzeugt,daß die Ungleichheit der Eismasscn zu geringe sei, um ein so bedeutendesPhänomen zu bewirken ; man hat ferner darauf hingewiescn, daß derhöchste Kältcpunkt nicht gerade auf den Pol selbst falle, sondern nur indessen Nähe, daß also, weil das meiste Eis nicht am Pole, vielmehr in derNähe des größten Kältegrades entstehen müßte, der Schwerpunkt nur in derRichtung auf diesen höchsten Kältepunkt hätte verrückt werden können, da-mit aber eine Verschiebung der Umdrehungsachse des Erdkörpcrs verbundengewesen wäre, und eine solche alle;: anderen wissenschaftlichen Resultatenwiderspreche. Weiter möchte ich noch hinzufügen, daß selbst, wenn jenebeiden Einwürfc die Zulässigkeit der Adhcmar'schcn Hypothese uicht schonbeseitigt hätten, sie das fragliche Phänomen der gewaltsamen Wasserver-sctzung von einem Pole zum andern nur dann erklären würde, wenn man
6) Bei der 23. Versammlung der deutschen Naturforscher zu Bremen wurde die-selbe, von Hrn. v. Bruchhausen der Versammlung schriftlich vorgetragenc, Ansichtausführlich besprochen und untersucht. Siehe deren: ttnulicken Itericlu n. s. vv. 8. 33.