ling und Sommer der südlichen Halbkugel wachsen und größer werden, alsSommer und Winter derselben Hemisphäre, während auf der nördlichenHalbkugel das umgekehrte Vcrhältniß cintritt. Was also jetzt für denSüdpol gilt, wird dann für den Nordpol gelten, sein Polareis, welchesaller Wahrscheinlichkeit nach schon jetzt langsam wachsend allmälig zunimmt,da wir die Zeit der größten Wärme für unsere Halbkugel bereits überschrit-ten haben, wird nach dem Jahre 6500 immer mehr zunehmen und gegen11,750 unserer Zeitrechnung seine größte Ausdehnung erreichen. DasselbeVerhältniß fand im Jahre 9250 vor Beginn unserer Acra statt, und be-zeichnet also diejenige Epoche, wo nach der Behauptung einiger Geologeneine ungeheure Eiskruste die ganze nördliche Halbkugel bis wenigstens zum60" der Breite hin bedeckte.
Die soeben mitgethciltcn Betrachtungen Adhcmar's scheinen ihmnun eins der merkwürdigsten geologischen Probleme, den Ursprung der an-geblichen Eismasscn vor Beginn der gegenwärtigen Epoche, auf eine natür-liche Weise zu erklären und deshalb für entschiedene Resultate zu gelten.Ihre weitere Verfolgung hat ihn indcß zu noch anderen Aufschlüssen geführt,die hier ebenfalls eine Erwähnung finden mögen. Eismassen von einerAusdehnung, wie die eben angcdeutetc war, haben natürlich auch eine ent-sprechende Dicke, und erreichen, selbst wenn sie anfangs auf dem Wasserschwammen, den Boden des Meeres"). Ist dies geschehen und dauert zu-gleich ihre Vergrößerung fort, so wird bei der auffallenden Ungleichheit derEismasscn an beiden Polen auch das Gleichgewicht zwischen ihnen gestörtund der Schwerpunkt der Erde der größeren Masse genähert. An dieserVerrückung des Schwerpunktes aus dem Ccntrum nehmen aber, um daSGleichgewicht wieder hcrzustcllen, alle beweglichen Massen der OberflächeAntheil, vor allen das Wasser dcs Oceans; cs zieht sich von der Seite,wo die geringere Eismasse sich befindet, gegen die Seite der größeren, undlegt dadurch das Land in der Nähe jener trocken, während cs dasselbe inder Nähe hier bedeckt. Gegenwärtig, wo sich die größere EiSmassc amSüdpol befindet, ist daher der Nordpol fast überall von Festland umgeben,und die Umrisse der hauptsächlichsten Contincntalmassen spitzen sich gegenden Südpol sichtlich zu, weil die Tiefe des Meeres nach ihm hin immer
8) Man kann annchmc», daß een cincm schwimmenden Eisberge höchstens einAchtel über dem Wasserspiegel sich befindet, also sieben Achtel unter ihm; zu großenEisbergen gehört also eine sehr bedeutende Meercstiefc, wenn dieselben noch im Wasserschwimmen sollen. —