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Geschichte der Schöpfung : eine Darstellung des Entwicklungsganges der Erde u. ihrer Bewohner ; für die Gebildeten aller Stände
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auf Verhältnisse gerichtet, auf welche sie, mit anderen Untersuchungen be-schäftigt, weniger zu achten veranlaßt worden waren.

Die vorgctragcncn Thatsachen von der Stabilität der Erdwärme dürf-ten beweisen, daß ein plötzliches Sinken der Temperatur bis zum Gefrier-punkte durch kein rein geologisches Phänomen sich erklären lasse; weshalbschon von selbst die Vermuthung sich aufdrängt, es möchte die Ursache, fallsdas Faktum wirklich eingctrcten ist, in den Stcllungsvcrhältnissen der Erdezu anderen Himmelskörpern und zunächst wohl zur Sonne begründet sein.Angeblich bietet dazu die von Westen nach Osten fortschreitende, wenn auchhöchst langsame Drehung der großen Achse unserer Erdbahn eine Veran-lassung dar. Auf die Lage dieser Linie stützt sich nämlich die jedesmaligeLänge der Jahreszeiten, und ihre jetzige Stellung bringt cs mit sich, daßgegenwärtig Frühling und Sommer der nördlichen gemäßigten Zone zu-sammen um sieben Tage länger sind, als Herbst und Winter; mithin amSüdpol das umgekehrte Vcrhältniß stattfindct. DaS gegenwärtige bleibtaber nicht so wie es ist, denn die Ursache desselben, die Stellung der großenAchse unserer Erdbahn, ändert sich, mithin auch die Folge davon; es wirdvielmehr der Ueberschuß immer kleiner, bis beide Summen gleich groß sind;dann wächst die bisher kleinere, wird nach und nach die größere, und nimmt,sobald sic ihr Marimum erreicht hat, wieder ab. Der Cyclus dieses Wech-sels beträgt beinahe 21,000 Jahre. Wenn nun eine solche Periode statt-findet, so muß der reinste Gegensatz des jedesmaligen Zustandes nach10,500 Jahren eintretcn, mithin in diesem Zeitraum das Vcrhältniß derbeiden langen Jahreszeiten fortwährend sich verkleinern, während die beidenkurzen sich vergrößern; zugleich aber müssen im Laufe der anderen 10,500Jahre die beiden ersten wieder wachsen, und die beiden anderen demnächstwieder schwinden. Die Beobachtungen der Astronomen haben nun gezeigt,daß der Zeitpunkt, in welchem Frühling und Sommer der nördlichen Halb-kugel zusammen die größte Ausdehnung besaßen, in daS Jahr 1248 fiel,als Friedrich II. aus dem Hause Hohenstaufen die deutsche Kaiserkronetrug. Damals waren unser Frühling und Sommer zusammen a ch t Tagelänger, als unser Herbst und Winter; seit dieser Zeit aber haben beideJahreszeiten zusammen an Länge abgcnommen, Herbst und Winter sinddagegen gewachsen. Dies wird fortgchcn bis zum Jahre 11,784 unsererZeitrechnung, dann werden die beiden letzteren ihre größte Ausdehnung er-reicht haben, wie sie eine solche bereits 21,000 früher, das heißt 9252Jahre vor Christi Geburt, besaßen. Zwischen beiden Grenzen wird cs aberjedesmal einen Zeitpunkt geben, in welchem die beiden kalten den beiden