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Geschichte der Schöpfung : eine Darstellung des Entwicklungsganges der Erde u. ihrer Bewohner ; für die Gebildeten aller Stände
Entstehung
Seite
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Ausstrahlung in dir Atmosphäre fortdaucrte, den tropischen Charakter unddie allgemeine gleichmäßige Temperatur auf der ganzen bewohnten Ober-fläche. Dieses Vcrhältniß hörte auf, sobald die letzten großartigsten Durch-brüche erfolgt und ihre Wärmemengen durch Erkaltung in dem Weltraumverloren gegangen waren, und nun stellte sich nach und nach jenes Mittelder Ausstrahlung von unten und Bestrahlung durch die Sonne von außenein, welches die Gegenwart von jener zweiten Periode der Erdbildung un-terscheidet. Wir hätten schon hierin einen hinreichenden Grund, an diesezweite Periode die wesentlich veränderte Gegenwart als dritte anzu-reihen, indem wir sie von ihr physikalisch durch dm so merkwürdigen Zoncn-unterschicd, wie physiographisch durch das Auftreten des Menschen-geschlechts unterscheiden. Daß der Mensch nicht vor der letzten Um-wälzungskatastrophe die Erde bewohnt habe, ist schon früher mehrmals be-rührt worden, und wird weiterhin am Schluffe noch ausführlicher dargc-than werden.

Die dritte große Periode der Schöpfung beginnt also mitdem Eintritt der Zonenuntcrschicde und dem Erscheinen des Menschenge-schlechts auf der Erdoberfläche; sic reicht von da bis in die gegenwärtigeZeit. Es ist die Periode der Ruhe und des Gleichgewichtes, der Stabilitätund Vollendung, welche schon durch diese Charaktere den Stempel der Ewig-keit zu besitzen scheint. Ob derselbe ihr in der That zukommc und die Erdefortan keine gewaltsamen Revolutionen mehr zu erdulden habe, steht dahin,und scheint allerdings fraglich zu sein, wenn die Betrachtungen, welche wirjetzt anknüpfen müssen, ihren sichern Grund haben. Mannigfache, schonan einer früheren Stelle (S. 279) besprochene Thatsachcn schienen anzu-deutcn, daß der Ucbcrgang > von der vorhergehenden Periode durch ein auf-fallendes urplötzliches Sinken der Temperatur in der nördlichen Halbkugelcingclcitet wurde. Die Ursachen eines so schnellen Wechsels sind aus derAbkühlungöthcoric nicht zu erklären; weshalb die ganze Lehre bei den An-hängern derselben vielfachen Widerspruch findet, und lebhaft von ihnen be-stritten wird. Auch gestehe ich frei, daß ich mich nicht mit ihr befreundenkann; um so weniger, als cs durchaus unmöglich scheint, eine nur einiger-maßen genügende Erklärung für ein so sonderbares Phänomen entdecken zukönnen. Jndcß hat die kürzlich erschienene Darstellung eines französischenGelehrten') cs versucht, den Schleier zu lüften, welcher den Geologen undPhysiographcn bisher die Aussicht verhüllt haben sollte, und hat ihren Blick

1) Vcrgl. I. Adhcmar, tie Revolutionen des Meeres. Leipzig 1843. 8.