Beginnen wir mit diesem Zeitpunkte die zweite g r o ß c P c r i v d eder Schöpfung, so finden wir beim Eintritt derselben unsere Erde inihren wichtigsten materiellen Verhältnissen vollendet; sie hatte eine klarereAtmosphäre, durch welche die Sonne mit ihren belebenden und erquickendenStrahlen sich verbreiten konnte; sie hatte einen Ocean, den Organismenbevölkerten, deren Eigcnthümlichkeit von den heutigen in keinem Haupt-charakter wesentlich verschieden war; sic hatte auch schon hervorragendeInseln mit Bcrgzügen und Thälcrn, auf denen eine der heutigen Pflanzen-welt zwischen den Tropen ähnliche Vegetation wucherte; aber sic hatte keineluftathmendcn Nückgratthicrc, keine Vögel, keine Säugethicrc und noch vielweniger Menschen. Eine solche Organisation hat sich nicht bloß nach allenspäteren Umwälzungsepochcn aufs Neue gebildet, sondern auch in immeredleren Formen wieder erzeugt, zugleich aber erst nach und nach jene Diffe-renz der Zonen entwickelt, welche die Gegenwart selbst von den allcrjüngstenEpochen, die ihr vorangingcn, so merkwürdig unterscheidet. Hierüber läßtdie Vergleichung der verweltlichen Organismen mit den gegenwärtigenkeinen Zweifel. — Die Zoncnunterschiedc in gegenwärtiger Zeit sind ab-hängig von der Stellung der Erde zur Sonne, von der schiefen Neigungder Achse, um welche sich die Erde täglich dreht, gegen die Ebene derBahn, in welcher sie um die Sonne läuft, und endlich zum Theil auch vonder elliptischen Form der Bahn selbst. Um daher jene Unterschiede derZonen in früheren Jahrtausenden begreiflich zu machen, suchte man ein an-deres Stcllungsverhältniß der Erde zur Sonne nachzuwciscn, konnte indeßdafür keine entscheidenden Gründe ausfindig machen, ja selbst bei dieser An-nahme die früheren Zustände keineswegs genügend erklären. Deshalb istman neuerdings von Hypothesen, welche die Beziehung der Erde zur Sonneim Laufe der Schöpfung ändern oder, die Ursachen und Wirkungen einersolchen Acnderung begreiflich machen wollten, wieder zurückgckommen, undhat sich bei dem unabweiölichcn Resultate beruhigt, daß die Erde noch heutenach denselben ewigen Gesetzen wandelt, nach welchen sie von Anbeginnihrer Individualität als Weltkörpcr sich bewegt hat. —
Die Abnahme der Temperatur auf der Oberfläche der Erde, wenig-stens in den gemäßigten und kalten Zonen, woselbst sie im Zusammenhängemit den wiederholten Umwälzungen sicher eingctrcten ist, bedarf also zuihrer Erklärung einer andern Ursache, und eine solche scheint sich ganz na-türlich in dem fortschreitenden Erkaltungsproccß nach Entstehung der Or-ganisation darzubieten. Diese fortschreitende Erkaltung, welche allerdingsdie wahrscheinlichste Annahme zur Erklärung des in Rede stehenden Unter-