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Geschichte der Schöpfung : eine Darstellung des Entwicklungsganges der Erde u. ihrer Bewohner ; für die Gebildeten aller Stände
Entstehung
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schiedes sein dürfte, ist auf mehrfache Art zu denken, und muß deshalbetwas ausführlicher besprochen werden. Zunächst würde die Nothwendig-keit derselben bald nach Entstehung der Organisation geradezu bewiesensein, wenn sich ein langsames Kältcrwcrden noch während des historischenAlters der Erde darthun ließe. Ein solches könnte aber nicht bloß ausdirekten Beobachtungen der Temperatur, woran cs fehlt, abgeleitet werden,sondern auch aus den Bewegungen der Erde. Gesetzt nämlich, sie kühltesich fortdauernd inehr ab, so würde ihre Materie immer dichter, ihr Volu-men oder ihre räumliche Ausdehnung aber zugleich kleiner. Dadurch müßtedie Achsendrehung der Erde beschleunigt, die Zeit also, in welcher sich dieErde um ihre Achse bewegt, verringert werden, und der Tag jetzt kürzersein, als früher. Nun haben wir aber sehr genaue Beobachtungen überdie Dauer des TagcS aus dem Jahre 140 v. Ehr., welche der AstronomHipparch zu Alcraudricn anstelltc, denen zu Folge sich der Tag auch nichtum den hundertsten Thcil einer Sceunde während beinahe 2000 Jahrengeändert hat, mithin die Umdrehungszcit dieselbe blieb, also auch die Erdesich während dieser 2000 Jahre nicht mehr abkühltc. Findet heutigesTages wirklich noch ein Verlust von Wärme durch Ausstrahlung aus derTiefe statt, so ersetzt denselben die Bestrahlung der Erde durch die Sonne,und beide Verhältnisse sind nunmehr seit mindestens 2000 Jahren zueinem solchen Grade der Ausgleichung gelangt, daß ein Wärmcverlust aufder Erdoberfläche durch Ausstrahlung in den Weltraum nicht mehr eintrctenkann. Wenn also die Erde, und wahrscheinlich schon seit der letzten Um-wälzungscpochc, keine Wärme mehr verliert, warum sollte ein solcher Ver-lust in früherer Zeit, seit sic sich in denselben Beziehungen zur Sonne be-findet, stattgefunden haben? Diese Frage ist zu wichtig für die Entwicke-luugsgcschichtc der Erde, als daß wir sic übergehen dürften. Zunächstkönnte man zur Beantwortung derselben annchmen, daß die ncptunischenSchichten noch nicht so zahlreich waren wie jetzt, und eben deshalb der vonunten aufsteigenden Wärme einen leichteren Durchweg vcrstattcten. Alleindie geschichteten Niederschläge sind keine neuen Produkte, welche von außenher den früheren hinzugefügt wurden; sic sind Verwitterungen älterernormaler und abnormaler Gesteine, die bereits an einer anderen Stelleund in einer anderen Form als Rindenbestandthcilc des Erdkörpers vor-handen waren. Derselbe konnte also durch neue Schichten weder größerwerden, noch seine Rinde dicker, da mit dein Auftreten späterer Streckennur eine Versetzung der Materie von einer Stelle an eine andere verbundenwar. Es ändert sich dabei weder die Dicke noch die Größe der Rinde im