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Geschichte der Schöpfung : eine Darstellung des Entwicklungsganges der Erde u. ihrer Bewohner ; für die Gebildeten aller Stände
Entstehung
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der Erde aus der chaotischen Mischung des Weltalls bis zur Bildung desorganischen Lebens auf ihrer Oberfläche, und dehnt sich mithin über einenZeitraum aus, der allein schon viel größer sein muß, als der spätere,jüngste, von der Entstehung der ersten Menschen bis zur Gegenwart rei-chende, auf welchen die Mythen das Alter der Erde zu beschränken pfle-gen. So wünschenswert!) cs daher auch sein mag, die erste große Pe-riode nach den einzelnen Entwickelungsphasen in untergeordnete Abschnittezu theilcn, so müssen wir doch auf eine solche Scheidung wohl für immerverzichten, da cs uns durchaus an Anhaltcpunktcn dazu fehlt. Dürfenwir also auch den vorgetragcnen Entwickclungsgang durch allmäligc Er-kaltung als den wahrscheinlichsten ansprcchcn, so können wir doch nichtangcbcn, in welcher bestimmten Succession auf einander die einzelnenSchichten sich bildeten; wann die Entstehung der kristallinischen Materienanzunchmcn sei, welche wir als die äußerste feste Rinde in jener Zeit an-sprechcn, und wie lange Zeiträume erforderlich waren, um nach ihrer Ent-stehung die Festwerdung des Wassers in tropfbarer Form zu gestatten.Daß dazu eine Abkühlung der Oberfläche bis-s-80° Rcaum. cintretcnmußte, ist keineswegs, wie wir oben (S. 156) sahen, nothwcndig, viel-mehr konnte der Druck aller in dein peripherischen Gasraumc enthaltenenDämpfe sehr wohl die untersten Schichten schon tropfbar machen, währenddie feste Rinde noch heißer als 80° war; dann mußte das entstandeneWasser selbst eine viel höhere Temperatur annchmcn und sogleich wiederin Dampfform sich verwandeln, wenn der Druck der Gase über ihm imGeringsten nachlicß, was durch fortschreitende Kompression der unterstenSchichten denkbar wäre. Beide Gewalten standen sich also fortwährendhemmend gegenüber, und bewirkten für die gasförmige Atmosphäre einesolche Anhäufung von Wasserdämpfcn in ihr, daß sic unfern dicksten Nebelnnoch an Konsistenz überlegen war, mithin den von der Sonne ausgehendenLichtstrahlen vielleicht noch gar keinen Durchgang »erstattete. Tiefe Fin-sterniß deckte damals, als der glühende Fluß im Innern kein Licht mehrausstrahlcn konnte, die Oberfläche unseres Planeten und hinderte ebensosehr, wie die Hitze, welche zur selbigen Zeit an der Grenze seiner tropf-baren und flüssigen Materie noch herrschte, die Entstehung organischerWesen. Wir kommen also auch von dieser Seite her zur Annahme zurück,daß organisches Leben erst entstand, als die Erde ihrer heutigen Beschaffen-heit sich genähert hatte, und bereits alle die wesentlichen Eigcnthümlich-kciten besaß, welche ihren dermaligen Charakter als Himmelskörper aus-machen.