Revolutionen zu entwerfen, die ihn im Laufe seiner Entwickclungsphasenveränderten. Wie unvollkommen dieses Bild auch sein mag, und wiewenig genügende Aufschlüsse es Denen vielleicht gewährt, welche an herr-schende Traditionen gewöhnt, eine kurze Angabe der einzelnen auf einanderfolgenden Perioden in strenger Scheidung erwarten mochten; so viel dürfteAllen aus meiner Darstellung sich ergeben haben, daß der Entwickclungs-gang nicht nach Jahrtausenden übersichtlich bemessen werden kann, unddie Gegenwart mit ihrem historischen Alter, wollen wir selbst der jüdischenAera folgen, immer nur als ein Minimum jenes Zeitraumes zu betrachtenist, aus den die nachweisbaren Umänderungen der Erdoberfläche hindcuten.Denn lange vor Eintritt des gegenwärtigen Zustandes hat cs Verhältnissegegeben, die den heutigen analog waren, davon überzeugen uns die untcr-gcgangenen Geschöpfe; aber selbst in diesem bei weitem größereil Zeitraumihrer Bevölkerung durch lebendige Wesen hat die Erde wohl nur den kür-zer» Thcil ihres ganzen Daseins vollbracht. Auf jeden Fall ist aber dasAuftreten lebendiger Geschöpfe ein wichtiger Wendepunkt in unserer Ge-schichte und ihr Erscheinen der Beginn einer Periode, deren Beziehungenzur Gegenwart wie zum Zeitraum vor derselben am besten als die Ge-schlechtsreife des jugendlichen Planeten bezeichnet werden kann, der dannspäter das wahre Mannesalter durch allmäligen Ucbcrgang sich anschloß.Müssen wir demnach darauf verzichten, die Schöpfungsperioden, gleichden Abschnitten der Weltgeschichte, nach Jahrtausenden zu bestimmen, sodürfen wir doch vielleicht nach anderen Momenten Hauptabschnitte fcst-stellcn, und in dieser Beziehung würde das Auftreten der organischeil Weltauf der Oberfläche unseres Planeten einen wichtigeil und bedeutungsvollenMarkstein zwischen der mythischen und geschichtlichen Vorzeit unsererErde abgcben. Alles, was über diesen Zeitpunkt hinausreicht, beruht aufHypothesen, Muthmaßungcn und Theorien, deren Begründung durchfaktische Thatsachen kaum möglich ist, und also füglich mit jenen Zeiträu-men historischer Darstellungen verglichen werden kann, in denen der For-scher mühsam und gleichsam nur ahnend aus sagenhaften Uebcrlieferungenden wahren Thatbestand zu entwickeln sucht, indem er die Mythen ihresschönsten Schmuckes, der Dichtung, beraubt und sic auf den wirklichennackten Inhalt zurückführt. So müssen auch wir mit den Schöpfungs-mythen verfahren, welche der von jeher über seinen Ursprung, wie überseine Zukunft, gleich besorgte Mensch nach den Verschiedenheiten nationalerAnschauungsweisen sich gebildet hat. Die erste mythische Periodeder Schöpfungsgeschichte umfaßt also die ganze Zeit von der Entstehung
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Geschichte der Schöpfung : eine Darstellung des Entwicklungsganges der Erde u. ihrer Bewohner ; für die Gebildeten aller Stände
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