nicht trug, letzterer im Gcgentheil tief genug hineinsinken konnte, um wahr-haft darin begraben zu werden. Erst später, als die gefrorne Erdschicht inder Tiefe mit der Vermehrung dcS Bodens durch neue Wasserabsätze gleich-mäßig sich erhob, gelangte der Kadaver ins Eis und wurde durch dasselbegleichsam für unsere Beobachtungen cinbalsamirt. Wir glauben daher auchnicht, daß jemals andere Phänomene als die Durchbrüche empvrsteigcuderplutonischcr oder vulkanischer Stoffe die Katastrophen der Erdbildung inner-halb jenes Zeitraumes bewirkten, und das Aushauchen von Wärme, welchessic nothwendig begleiten mußte, die erhöhte Temperatur während desselbeneben so sehr, wie die geringere Wärme deS ganzen Erdkörpers nach dieserZeit, wo keine großartigen Durchbrüche mehr stattfandcn, hcrbcigcführthabe. Stellenwcis mag ein mächtiger vulkanischer Herd in der Tiefe diesegleichmäßige Abnahme der Wärme verzögert haben, welches merkwürdigeFaktum von Island durch historische Thatsachcn bewiesen zu sein scheint;aber früher oder später wird auch ein solcher Herd sich erschöpfen, und dannzwar eine relativ schneller gesunkene Temperatur, im Ganzen aber nur einden allgemeinen Obcrflächenverhältnisscn ihrer Lage entsprechendes Klimafür solche Gegenden herbciführcn. Island ist heutiges Tages nicht wär-mer als die unter gleichenBrcitegraden gelegenenThcilc Lapplands; abercs hatte noch vor wenigen Jahrhunderten ein Klima, welches den gemäßig-ten Himmelsstrichen Skandinaviens entsprach. Damals von vielfachenvulkanischen Ausbrüchen in oft kurzen Zwischenräumen beunruhigt, hat esin späteren Zeiten immer mehr und mehr diesen unruhigen Charakter zu-gleich mit seinem wirthlichcren Klima verloren. Ackerbau, einst blühend,verschwand von der Insel, und das vormals thatkräftige, an Kühnheitkeinem germanischen Volke nachstehende Geschlecht hat wie an der Zahl, soauch an innerem Leben und Energie, und mit beiden seinen alten Glanzverloren i).
4) Nach mündlicher Versicherung eines sorgfältigen Beobachters, der längere Zeitauf Island lebte, gründet sich die obige, von vielen Schriftstellern lz> B, Bronn, Ge-schichte der Natur. I. S. 431) ausgesprochene Ansicht auf eine ungenügende Kenntniß deralten Urkunden der Isländer. Mein Gewährsmann, Prof. Steenstrup in Kopen-hagen, behauptete gegen mich, daß die Mitteltempcratur Islands seit der historische»Zeit nicht abgenommcn habe, sondern der höhere Aufschwung der Bevölkerung Is-lands in, Mittelalter lediglich ihrer damals mehr energischen Persönlichkeit zugeschricbcnwerden müsse. Blühender Ackerbau sei nie dauernd auf Island getrieben worden. Denvulkanische» Eruptionen schrieb er dagegen einen entschieden nachtheiligc» Einstuß auf dieBevölkerung der Insel zu, und leitete die Hauptabnahme derselben von de» großen vulka-