Druckschrift 
Geschichte der Schöpfung : eine Darstellung des Entwicklungsganges der Erde u. ihrer Bewohner ; für die Gebildeten aller Stände
Entstehung
Seite
273
Einzelbild herunterladen
 

oberst lagert sich darauf ein Süßwassermcrgcl mit Palmstammrestcn. Diesdritte Glied wird noch zur unteren Tertiärformation gerechnet und densogenannten Eocenbildung c n beigesellt. Als viertes Glied folgt einneues Mcercsprvdukt, das Aequivalent der nrittlcren oder m io eenenTertiärschichten; bestehend zu iUiterst ans Kiesclkalkstein und Thonmergcln,auf denen Austernbänkc sich erhalten haben. Ein glinnnerreichcr Sand, dernach oben in festere Sandsteine übergeht und Meerconchylicn enthält, istdie Hauptschicht dieser zweiten MecrcSformation. Ihn bedeckt als tiefsteLage des fünften Gliedes der Süßwasscrquarz, ein fester harter kicseligerSandstein mit Süßwasserschnecken und Muscheln in seinen oberen Streiten;worauf die weit verbreiteten, abwärts an der Loire bis nach Ang erS sichhinziehendcn Süßwasscrkalkschichtcn die obere oder pliocene Tcrtiär-sormation des Pariser Beckens beschließen. Sie werden nur noch vonDiluvial- und Alluvialprodulten überlagert.

Die beschränkte Ocrtlichkeit solcher Bildungsphänomenc zu verfolgenhat sich eine schöne Gelegenheit in dem Umstande dargeboten, daß auchEnglands Hauptstadt auf Schichten ruhet, welche der Zeit nach ganz die-selben mit denen des Pariser Beckens zu sein scheinen, aber im Materialgewöhnlich von den französischen abweichcn. Beide Gegenden enthalten diehauptsächlichsten Repräsentanten der tertiären Formation. Auch in Eng-land sind Sand- und Thonlager zum Thcil mit Schieferbildung die tiefstenStreiten; sic entsprechen dem Braunkohlensand und dem plastischen Thondes Pariser Beckens. Aber statt des mächtigen Pariser Grobkalks findetsich in England eine Schicht blauen Thoncs, der nach der Hauptstadt ge-nannt wird (bo»W>-o!:>)), doch keineswegs von Schichten mit Landthier-rcstcn und Süßwasserbewohnern begleitet ist; hier fehlt also der an beidenreiche Pariser Süßwasscrkalk und Gyps. Nur auf der Insel Wight fin-den sich analoge Gebilde. Eben daselbst erkennt man auch die zwei letztenPariser Schichten, die untere metrische und die obere Süßwasserformationin ähnlicher Art wieder; hier wie dort aus Sandlagern und Mergeln be-stehend, welche ihre charakteristischen Versteinerungen umschließen. Dieseuntcrgegangcnen Geschöpfe sind übrigens auch in den obersten Streitendurchaus verschieden von den heutigen Organismen derselben Gegenden,und erinnern durch ihren Bau weit mehr an südliche tropische Formen, alsan jetzige Bewohner der Nordsee und ihrer Küstenländer. Nur einige Ra-dialen und Mollusken scheinen jener Periode mit der Gegenwart gemeinzu sein.

Wegen einer größeren Analogie in den Geschöpfen dürfte man, als