236
tigc Lager Zechst ein, ohne darum durch größere Gleichförmigkeit sich aus-zuzeichnen. Gewöhnlich von hellgrauer, selten so schwarzer Farbe, wie derK up fer- und M erg elschie fer, wird der Kalkstein durch den Mangelder Schieferung, seine dichte Beschaffenheit und seinen geringen! Gehalt anBitumen von jenen leicht unterschieden, wechselt aber doch in seinen unter-sten Theilen mehrmals mit dünnen Streiten derselben ab. Ein Glied dieserReihe ist der durch seinen widerlichen, beim Reiben entstehenden Geruchausgezeichnete Stinkstein. — Neben den genannten und nie fehlendenHauptbestandtheilen der Formation erscheinen zwei weniger allgemeine, aberwo sie Vorkommen wichtige Begleiter, nämlich Dolomit und Gyps. DerDolomit, das schon viel besprochene, durch seine eigenthümlichen, kühnemporstrebenden Formen höchst merkwürdige Mineral, welches zuerst imjüngeren Uebergangskalk und sogar mächtig auftritt, begleitet den Zechsteinam gewöhnlichsten. Er kommt in allen Streiten vom Kupferschiefer biszum Stinkstein hin vor, und hat durch sein körniges Gefüge, sein poröses,wie zerfressen erseheinendes Ansehen, im Mansfeldschen zu der BenennungRauhwacke Veranlassung gegeben. Daran läßt er sich leicht in dieserFormation erkennen. Nicht so allgemein, aber nie ohne den meist überihnen befindlichen Dolomit, treten Gypömassen und in einer Mächtigkeitauf, wie sie soust nirgends wieder bei uns angetroffen werden. Auch sienehmen schroffe, mauerförmig aufsteigende Formen an und enthalten inihrem Innern, hier zu Anhydrit (wasserfreier schwefelsaurer Talkerde)umgewandelt, große Höhlungen, sogenannte Schlotten, welche wahr-scheinlich mit dein metamorphischen, durch die Einwirkung von Schwefel-wassern auf die Kalksubstanz des Zechsteins bewirkten Ursprünge desGypses im Zusammenhang stehen. Vielleicht sind sie durch Auswaschungvon Steinsalz entstanden, eine Annahme, die wenigstens früher die allge-meinere war und insofern auch gerechtfertigt ist, als die reichen Soolquellenmancher Gegenden, namentlich in Thüringen und Sachsen, aus der Gyps-region des Zechsteins ihren Ursprung zu nehmen scheinen, wenn nicht gar,wie z. B. bei Artern, das Steinsalz durch Bohrversuche in derselben nach-gewiesen werden konnte. Der Zechstein ist übrigens mit dem Kupferschiefereine nicht sehr weit verbreitete Gebirgsart; er erreicht in Norddeutschlandzu beiden Seiten des Harzes und am Thüringer Walde seine größte Mäch-tigkeit, ohne jedoch 300 Fuß irgendwo zu überschreiten; fehlt aber im süd-lichen Deutschland und im eigentlichen Frankreich völlig. Er zieht sichferner in der Richtung von Süden nach Norden durch, den größten Theilvon England als Dolomit hindurch, hier deshalb Llugnosisn liniostuno