Druckschrift 
Geschichte der Schöpfung : eine Darstellung des Entwicklungsganges der Erde u. ihrer Bewohner ; für die Gebildeten aller Stände
Entstehung
Seite
235
Einzelbild herunterladen
 

238

Gruppcnporphyre in Norddcutschland sind älter als die Schichten über deinjungen rothen Sandstein, daher letztere von ihnen nicht mehr gehoben wer-den. Ueberhaupt scheint das Rothlicgendc zu den Porphyren in einer sehrinnigen Beziehung zu stehen, und vielleicht aus ihnen selbst durch schnelleVerwitterung unmittelbar während und nach ihrer Emporhcbnng gebildetzu sein. An Orten übrigens, wo Porphyre in der Nähe fehlen, ent-hält das Rothliegcndc Bruchstücke anderer benachbarter Gesteine, namentlichgroste Blöcke, die vom Kohlcnkalkstein hcrzurührcn scheinen, oder QuarzfelS-Geschiebc. Doch auch in seinem Innern zeigt es manche Verschiedenheiten,indem stellenwcis der rothe Thon, sein Bindemittel, reiner in Schiefcrformhervortritt, und mit krystallinisch eckigen Sandstcinschiefern wechselt. Ganzoben wird der rothe Sandstein Heller, weißlich, und heißt dann Weiß-liegendes. Versteinert finden sich in ihm besonders große Stücke vonBaumstämmen, die Palmen, Farrnkräutern, kurz ähnlichen Gewächsen an-gehörten, als diejenigen sind, welche in den Kohlenschichtcn begraben liegen.Eine spezifische Uebereinstimmung zwischen beiden Vegetationsperiodenscheint aber nicht mehr stattzufindcn, und dieser Umstand ist ein Haupt-grund geworden, warum inan das Rothliegcndc als selbstständiges Gliedvon der Steinkohlcnpcriode trennen konnte, obgleich der Gesammtcharakterder Organismen des Rothliegenden denen der Steinkohlcnpcriode vielleicht»och näher steht, als denen der Zechsteingruppe.

Unmittelbar über dein Rothliegenden und mit ihm gleichförmig gela-gert, tritt Kalkstein auf, welcher in seinen verschiedenen Streiten ein sehr ab-weichendes Ansehen hat, das seine vielen verschiedenen Namen rechtfertigt.Die unterste, selten über 1Fuß mächtige Schicht desselben pflegt einGemisch von Thon und Kalk, also ein Mergel zu sein, der schieferige Terturbesitzt, und wegen seines Rcichthums an Kupfererzen Kupferschiefergenannt wird. Merkwürdiger fast, wenigstens in solcher Nähe, sind diezahlreichen Abdrücke von Fischen, welche einer cigcnthümlichen, bis aufwenige Stellvertreter untergegangenen Familie (O-moillk-ü) mit rhombischviereckigen, sehr harten Schuppen angehörcn, und weiterhin nur noch imMuschelkalk sich finden; doch hier viel seltener, als im Kupferschiefer.Es ist dieselbe Schicht, welche auch Spuren von Lust athinenden Rückgrat-thieren enthält; eine Eidechsenform, der man des hohen Alters wegen denNamen l'rolora.-uiurus gab, hat darin ihre seltenen Gebeine hintcrlassen.lieber dem Kupferschiefer, der an allen Stellen, wo die Erze fehlen, denNamen bituminöser Mergclschiefer führt, sängt der Kalkstein anherrschender zu werden, und von da an heißt daS ganze, an 28t» Fuß mäch-