Druckschrift 
Geschichte der Schöpfung : eine Darstellung des Entwicklungsganges der Erde u. ihrer Bewohner ; für die Gebildeten aller Stände
Entstehung
Seite
220
Einzelbild herunterladen
 

220

macht, erklären würde. Seitdem man in neuerer Zeit auf die organi-schen Einschlüsse der Schichten mit viel mehr Fleiß geachtet, mit größererSorgfalt sie untersucht hat, um so mehr ist die Richtigkeit und Allgemein-heit der berührten Thatsache hervorgetreten, und um so unsicherer die frühereAnnahme von bestimmt abgeschlossenen Formationen geworden. Auch vonder Gegenwart und der zunächst vorhergegangencn, durch eine große Um-wälzung von ihr getrennten Zeit gilt dies. Zwar scheinen die größerenLandthiere während der Katastrophe vernichtet worden zu sein, und nur derMensch, wenn er anders wirklich schon zu jener Zeit gelebt hat, was sehrzu bezweifeln ist, sich gerettet zu haben; allein unter den niederen Thieren,und besonders unter den Wasserbewohnern, treffen wir auf eine Menge vonArten, welche die Gegenwart mit jener jüngsten Vorzeit gemein hat. Darumist cs kaum noch erlaubt, die großen Perioden der Schöpfung fernerhin beiwissenschaftlicher Betrachtung festzuhalten, und von ihnen wie von Ab-schnitten zu reden, in denen etwa die Erde von ihrer Arbeit einmal wiederausruhtc und sich eine neue Idee der Organisation entwarf, nachdem die alteals unbrauchbar verworfen und vernichtet worden; es scheint vielmehr dieEntwickelung unseres Planeten stets in gleicher Weise fortgeschritten zu sein,und ohne andere als heutige Ursachen anfangs heftigere, im Laufe der Zei-ten schwächer und schwächer gewordene Eruptionen die mit jeder späterenUmwälzung mehr veränderte Beschaffenheit des Erdballes, welche wir alsHauptursache für die Umänderungen an der Gestalt der Organismen be-trachten müssen, herbcigeführt zu haben; denn die Grundidee derselben warvon vorn herein gefaßt, und ist durch alle Zeiten in ihrer wesentlichsten Ei-gcnthümlichkeit sich gleich geblieben. Das wird sich uns bei übersichtlicherBetrachtung der Organisation weiter am Schluß ergeben. Bevor wir unsdazu wenden können, scheint es aber nöthig zu sein, die Suecession derSchichten, so weit es ohne näheres Eindringen in die organischen Eigen-thümlichkeiten derselben möglich ist, anzugeben und die einzelnen ihrem rela-tiven Alter nach zu bestimmen.

A. G. Werner, dessen schon früher als eines ersten Begründers derheutigen geologischen Kenntnisse gedacht wurde, nahm drei Hauptbestand-theile der Erdrinde an, welche er als Urgebirgc, Flötzgebirg e undaufgeschwemmtcs Land bezcichnetc. Die Periode der Urgc-b i r g e umfaßte alle älteren massige» und abnormen Gesteine; die Flötz -Periode alle geschichteten normalen, und das aufgeschwcmmte Landdie jüngsten Schichten vor der Gegenwart. Von diesen drei Abschnittenzerfiel der mittlere, die Flötzformationen umfassend, wieder in mehrere Un-