Solche in der Natur selbst begründete Verschiedenheiten haben diefrühere Lehre von bestimmt abgeschlossenen großen Perioden der Erdent-wickclung und damit im Zusammenhänge stehenden Formationsuntcrschicdenimmer unsicherer und unhaltbarer gemacht; sie haben vielmehr die Forscher-überzeugt, daß zwar ein fortdauernder Wechsel von Ruhe und Unruhe,Bildung und Zertrümmerung, Leben und Untergang des Lebendigen ange-nommen werden müsse, allein die Unterschiede der Perioden in ihren Pro-dukten nur thcilweis grell erscheinen, an anderen Orten sehr allmälig ineinander übergehen. Hauptabschnitte im Bildungs - und EntwickclungS-gange, die man als Ruhe- und Anhaltcpunktc der fortschreitenden Ausbil-dung des Planeten anschcn könnte, giebt cs daher wahrscheinlich nicht,sondern einen überall gleichartigen, bis zur Gegenwart herab in seinen Ur-sachen ungeänderten, in seinen Wirkungen aber immer mehr abnehmenden,sich gleichsam erschöpfenden Fortgang, dessen Unterbrechungen nur stellen-weis großartiger gewesen sein dürften als an andern Orten, aber wahr-scheinlich in erster ältester Zeit überall gleichzeitig cintraten, in späterer mehrund inehr einen lokalen Charakter annahmen. —
Sehr wichtig und fast allein entscheidend sind übrigens für die Bestim-mung der Zeit, wann die Formationen gebildet wurden und wie sic einanderentsprechen, alle organischen Reste, welche in ihnen angetroffcn werden;und daher ist das Studium der Versteinerungen allmälig der wichtigste Theilder Geognosie geworden. Es unterliegt nach allen bisherigen Erfahrungenkeinem Zweifel mehr, daß nur sie über die Gleichartigkeit und Ungleich-artigkeit der Schichten entscheiden können, mithin ihre Kcnntniß eben fürdie Kenntniß der Schicht selbst eine sehr wesentliche Bedingung enthalte.Während nämlich die Schichten in ihrem Material oft sehr abweichen,bleiben die gleichzeitigen Organismen durchaus dieselben, sic mögen imreinen Kalke oder im Mergel liegen, und zeigen daher an, daß diejenigenSchichten, welche dieselben Versteinerungen enthalten, zu gleicher Zeit undnach derselben Katastrophe gebildet wurden. Freilich ist das mehr oder min-dere Eingreifen der Katastrophe an verschiedenen Orten wohl zu beachten;denn dadurch wird sic ein sehr verschiedenes Resultat hcrbciführen. Wo sicam heftigsten wirkte, mochte sic ohne Ausnahme alle Organisation vernich-ten ; wo ihr Eingreifen weniger fühlbar wurde, konnten sich manche Orga-nismen ihren nachthciligen Folgen entziehen. Im letztem Falle crgicbt sichuns die Möglichkeit eines theilweisen Fortbestehens der Organisation trotzder Umwälzungen; was ihren Uebcrgang aus einer Periode in die andere,welcher die Unterscheidung derselben als verschiedene Perioden bedenklich