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Geschichte der Schöpfung : eine Darstellung des Entwicklungsganges der Erde u. ihrer Bewohner ; für die Gebildeten aller Stände
Entstehung
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auf die Llrt trete, daß Stoffe von beiden sich gegen einander austauschcnund den zwischen ihnen vorhanden gewesenen substanziellen linterschied ver-wischen. Das scheint namentlich auf der Contactgrcnzc plutonischer undncptunischer Gebilde sehr allgemein zu erfolgen. Ist dagegen der Eindring-ling eine gasförmige Substanz, welche durch zahlreiche Klüfte nach allenSeiten hin offene Wege findet, so kann sic allmälig von ihren Bahnen ausdie ganze sedimentäre Masse durchdringen und in ein völlig verschiedenesMineral verwandeln; ja, was noch merkwürdiger ist, es kann eine cvn-stante Absonderung der mctamorphosirten und unveränderten Bestandtheilcdes Sediment in regelmäßig wicderkehrcndcn Lagen und Schichten durchAusscheidung nach bestimmten Bildungscentren erfolgen. Beide Fallescheinen mannigfaltig bei der Bildung des krystallisirtcn Gypses obge-waltet zu haben; im erstcren Falle bewirkten sie die mächtigen maucrförmi-gen, senkrecht aufsteigcndcn Gypsmasscn, welche man im Kupferschiefer an-lrifft, im letzteren die dünnen Lagen von Fascrgyps zwischen den buntenMergeln des Keupers. Man meint, daß cs mächtige Erhalationen vonSchwefelwasserstoff gewesen seien, welche die stratificirtcn Sedimente durch-drangcn, sich mit dem Sauerstoff der Luft zu Schwefelsäure verändertenund nun einen Theil des kvhlensaurcn Kalkes in wasserfreien Anhydritoder gewässerten GypS umwandcltcn. Auf ähnliche Weise sucht man dieneptunischc Metamorphose des Dvlomits zu erklären; man läßt kohlcn-saure Magnesia führende Gewässer den geschichteten kohlcnsaurcn Kalk durch-dringcn, und diesen gegen jene austauschcn; ein Theil der Kalkerdc wirdentführt und eine entsprechende Quantität von Talkcrdc dafür zurückgclasscn.Die erste Andeutung des Protestes gab L. v. Buch, indem er mit genia-ler Auffassung der Lagerungs-Beziehungen, in denen die augitreichen Me-laphyrc zu den Dolomiten Tyrols stehen, die Behauptung aufstelltc, daßAcassen von Talkerdc vielleicht in Dampfform die stratificirtcn Kalke durch-drungen und mit ihnen durch Austausch der Kalkerdc gegen Talkerdc sichverbunden hätten. Hiergegen erhoben sich theils Gcognosten, welche inden Dolomiten Versteinerungen nachwicscn, theils Chemiker, indem sie dieMöglichkeit dampfförmiger Talkerdc in Abrede stellten; beide erklärten denDolomit für ein ncptunischcs Product, während andere Forscher ihn garfür ein ursprünglich plutonisches ansahen, das gleich den körnigen Kalkenaus der Tiefe im feurigen Fluß emporgcsticgcn sein sollte. Der Streitüber die Richtigkeit der mctamorphischen, neptunischen und plutonischcnGenese des Dolomits ist lange und mit großer Heftigkeit geführt worden,scheint aber gegenwärtig doch zu Gunsten der erstcren entschieden zu sein;