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Geschichte der Schöpfung : eine Darstellung des Entwicklungsganges der Erde u. ihrer Bewohner ; für die Gebildeten aller Stände
Entstehung
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tung-°) dm Einwirkungen plutonischer Hitze zuschreiben wollen, ansderen Rechnung schieben könne; noch weniger aber läßt sich die eigeu-thümlich krystallinischc Struetur der schönen, weißen, zuckerartig gefugtenKalke, welche wegen ihrer vielfachen Benutzung als Material unserer Künst-elnd Bauwerke so allgemein unter dem Namen Marmor bekannt sind,von einem Plutonischen Metamorphismus hcrleitcn. Die salinischc», fein-körnigen Kalke von Paros und Carara, denen das gebildete Europaseit Jahrhunderten den schönen Stoff zu seinen volleildetstcn Kunstdenkmalcuverdankt, mögen immerhin ihrer Form nach metamorphischen Ursprungssein 21); aber der Umwandlungsproceß ist lediglich ein wässeriger, keines-wegs ein feuriger gewesen, davon hält man sich jetzt wieder überzeugt.

Viel bedeutender wird die Umwandlung ursprünglich sedimentärerGebilde, wenn nicht bloß eine formelle Acndcrung des Gefüges, sonderneine wirkliche materielle Stoffaufnahme oder Ausscheidung in ihnen vor sichgeht.. Das scheint immer auf nassem Wege zu erfolgen, als ein sehr all-mäliger, höchst langsamer Umsatz, wobei das Wasser die Rolle desVermittlers spielt, indem es alkalische Substanzen, Säuren oder löslicheKarbonate zusührt, oder solche Bestandthcile mit sich fortnimmt. Vongroßer Wichtigkeit ist dabei die Zugänglichkeit des Materials; offene Klüfte,Spalten, Risse, Bruchränder werden die Wege, an und in denen sich dasWasser cmpordrängt und von da nach den Seiten hin auf den parallelenSchichtungöflächcn sich fortpflanzt, wobei häufig die neu entstandenenProductc nicht gleichmäßig sich mischen, sondern lieber jedes für sich an be-sonderen Lokalitäten sich ausschcidct. Sind cs Gänge oder senkrechte Spal-ten, die dem Wasser als Weg dienten, so verwandelte sich nur die zunächstan der Gangfläche befindliche Gegend des Muttcrgesteins in eine besonderemetamorphostrte Substanz; sei eS, daß der bis dahin offene Gang sich mitden metamorphischen Produkten anfülle, oder die in ihm schon früher vor-handene Füllungsmasse mit dem Muttergestcin in eine direktere Beziehung

20) Eine falsche Schichtung wird diejenige genannt, deren Schiefcrnngsflächennicht mit den eigentlichen Schichtungsflächcn parallel laufen, sondern sic unter constante»Winkeln schneiden, was beim Dachschiefer stets der Fall zu sein scheint.

21) Nach den Untersuchungen von Fr. Hoffmann ist der Cararische Marinernichts Anderes, als ein metamorphvsirter Jurakalk, welcher dem oberen Jura angehörtund den Schichten unmittelbar unter dem lithographischen Schiefer parallel gestellt werde»muß. Bcrgl. dessen Geognostischc Beobachtungen auf einer Reise durch Italien undSicilien, herausgegeben oon v. Dechen. Berlin 1830. 8.

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