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Geschichte der Schöpfung : eine Darstellung des Entwicklungsganges der Erde u. ihrer Bewohner ; für die Gebildeten aller Stände
Entstehung
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eueren Zeit ist zwar dieser Begriff geblieben, für srinr Bezeichnung wirdindrß jetzt gewöhnlich wieder das Wart Formation oder Gruppe inAnwendung gebracht, obwohl sich immer mehr und mehr herauszustellenscheint, daß es gar keine streng abgeschlossenen Perioden der Erdschöpfung,also auch keine scharf gesonderten Formationen giebt, sondern daß vielmehrein stetiger Fortgang der Ursachen auch fortdauernd ähnliche Wirkungenhcrvorbrachte, und daß beide bloß dem Grade nach verschieden waren, ihreUnterschiede aber theils hiervon, theilö von den längeren oder kürzerenZeitabschnitten abhängen, in denen sie einander folgten. Dabei scheint esim Allgemeinen richtig zu sein, daß nach einer längeren Ruhe auch eine umso tiefer eingreifende größere Umwälzung eintrat, mithin sehr durchgreifendeUnterschiede zwischen den auf einander liegenden Schichten auch längerePausen und sehr gewaltsame Erhebungen audeutcn.

Wenn eS nach diesen Thatsachen feststeht, daß wiederholte, in be-deutenden Zwischenräumen erfolgte Hebungen vormals unterirdischer ge-schmolzener vulkanischer Massen das Erscheinen der Gebirgszüge auf derErdoberfläche bewirkt haben, und daß durch diese Hebungen auch der Unter-schied von Land und Meer, wenn nicht allein, doch größtentheils bedingt ist,so scheint es zunächst eine der interessantesten und wichtigsten Aufgaben dergeologischen Untersuchung zu sein, die Zeitpunkte genauer zu bestimmen, inweitsten die verschiedenen Hebungen cintraten. Denn daß nicht alle gleich-zeitig emporgestiegen sind, davon überzeugen uns eines Theilö die viel-fachen Sncccssionen differenter Schichten und die in ihnen begrabenen,mehrfach verschiedenen organischen Reste, andern Theilö die Betrachtungender noch in historischer Zeit in sehr verschiedenen Jahren und Jahrhundertenstattgefundenen Erhebungen von Vulkanen und Inseln. Es wurde deshalbsehr bald das Streben der Beobachter, die verschiedenen Erhebungen nachPerioden zu ordnen. Deutschlands größter Gcognost, L. v. Buch, wel-cher die ganze Lehre von den Erhebungen begründete und wissenschaftlichzuerst darthat, gelaugte zu diesem zweiten, eben so wichtigen Resultate nochnicht, sondern blieb bei dein Beweise für die Richtigkeit seiner Ansichten vonden Erhebungen stehen, welcher in dem übereinstimmenden Streichen ver-schiedener Gebirgszüge liegt. Er verfolgte die Darstellung dieses Faetumsbesonders an den deutschen oder mitteleuropäischen Bergketten, und zeigte,daß sich dieselben auf vier Hauptrichtungcn zurücksühren lassen. Die Rich-tung von Westen nach Osten wurde besonders deutlich durch die Alpcn-kcttc dargestellt, der sich als parallele Reihe das Juragcbirge an-schließt. Höher hinaus im Norden von Deutschland streicht der Harz von