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Geschichte der Schöpfung : eine Darstellung des Entwicklungsganges der Erde u. ihrer Bewohner ; für die Gebildeten aller Stände
Entstehung
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demselben Maaßc an Ausdehnung zunahm, als die festen Silieatc sichabkühlten. Je mehr Wasser aber tropfbar wurde, um so mehr vermindertesich der Druck des Gasraumcö, weshalb cs einen sehr langen Zeitraumcrfodert haben muß, ehe alles Wasser des Gasraumcs tropfbar werdenkonnte. Wir dürfen mit Sicherheit annchmcn, daß dies nicht eher geschah,als bis die Temperatur des ganzen Gasraumcö unter' 80° Rcaum. gefallenwar, und erst von diesem Zeitpunkte an die spätere Beschaffenheit der At-mosphäre datiren.

In diese Periode ihrer Entwickelung gelangt, war für die Erde derfeurige Proccß in seinen Hauptsachen beendet, und der wässerige nahmseinen Anfang. Allein ehe das Meer und die Luft zu ihrer jetzigen Be-schaffenheit gekommen sind, müssen noch manche Veränderungen oder che-mische Conflicte im Gasraume stattgcfunden, und namentlich die StoffeauS ihm sich abgeschieden haben, welche neben Wasserstoff, Sauerstoffund Stickstoff darin ursprünglich sich befanden. Was das für Stoffe ge-wesen sind, können wir weniger aus der heutigen Atmosphäre, als ausder Beschaffenheit derjenigen Absätze kennen lernen, welche sich zunächst aufdie krystallinischen Silicate auflagcrtcn, und natürlich die Bcstandthciledes Gasraumcs nach Entstehung der Silicate verändert oder unverändertenthalten.

Unter den sedimentären Schichten, denn das sind diese Gebildealle, nimmt die kohlcnsaurc K alkcrde eine der bedeutendsten Stellenein; sic mag darum auf ihre Entstehung zuerst geprüft werden. Gegen-wärtig finden wir sic als mächtige Lager eines derben, thcils krystallinischen,thcils strukturlosen, scincrdigen aber festen Kalksteins, der zwischen Thon-schiefer und Grauwacke in der unmittelbaren Nähe der krystallinischenSchiefer auftritt, und gewöhnlich schon Versteinerungen thicrischcr Körperenthält. Wir sehen daraus, daß die Temperatur des Gasraumes undMeeres unter 80« Rcaum. gefallen war, als dieser Kalkstein entstand; dennkein thicrischcr Organismus kann in einer Temperatur von 80» R. leben,weil schon bei 60« R. das Eiweiß gerinnt, aus dem ein großer Theil allerthicrischcn Materie besteht, eine solche Gerinnung aber augenblicklich denTod nach sich zieht. Als also die kohlensaurc Kalkcrdc in Lagen sich ab-sctztc, war das Meer bereits völlig tropfbar; und da diese Qualität nichtseine erste gewesen ist, so dürfen wir auch nicht den jetzigen Zustand derkohlensauren Kalkcrdc als den ursprünglichen anschcn; denn die kohlensaurcKalkerde ist nicht vom Meere gebildet, sondern aus ihm bloß abgcsetzt. Inwelchem Zustande war sie aber früher vorhanden? Diese Frage ist eine