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Geschichte der Schöpfung : eine Darstellung des Entwicklungsganges der Erde u. ihrer Bewohner ; für die Gebildeten aller Stände
Entstehung
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in an ciiten Gase bezeichnet werden^). Es sind das der Sauerstoff,Wasserstoff und der Stickstoff. Aus Sauerstoff und Stickstoff, in demVoliimciiverhältniß von 21 zu 79 gemischt, besteht unsere Atmosphäre; derWasserstoff dagegen hat sich mit dem Doppelten seines Volumens oder demAchtfachen seines Gewichtes Sauerstoff zu Wasser verbunden, und ist alssolches beim gewöhnlichen Luftdruck und einer Temperatur unter 80» Reaum.tropfbar. Steigert sich aber die Wärme, so wird das Wasser dampf-förmig, wenn nicht entsprechend erhöhte Druckkräfte seine Umwandlunghindern^). Zur Zeit der flüssigen Silicate war also die Atmosphäre derErde stark mit Wasscrdunst erfüllt, sic war ebendeshalb dichter und für dieStrahlen der Sonne noch nicht so durchdringlich; aber sic hatte auch einbei weitem größeres Gewicht, sic drückte vermöge desselben stärker auf ihreUnterlage, oder vielmehr die oberen Schichten drückten auf die unteren.Ein solcher Druck ist vou entschiedenem Einfluß auf die Eristcnz gasförmi-ger Stoffe, er wirkt nicht bloß comprimirend auf sic, sondern zwingt auchmanche von ihnen, aus der Gasform in die tropfbare Form übcrzugehen,ohne daß die Temperatur abzunchmcn braucht. Nimmt nun die Tempe-ratur im gedrückten Gasraume selbst mit ab, so mehrt sich in demselbenMaaßc die Wirkung des Druckes; weshalb Gase, welche beiden Bedin-gungen gleichmäßig ausgesetzt werden, oft schnell in eine tropfbare Flüssig-keit sich verwandeln-«). Umstände ähnlicher Art fanden statt, als derSilieatcnmantcl zu erkalten anfing; daher wir annchmen dürfen, daß baldnach seiner Erstarrung auch schon das Wasser in den untersten Schichtendes Gasraumes tropfbar wurde, und ein heißes, kochendes, dampfendes,zischendes Urmcer darstcllte, welches sich anfangs nur hier und da in denVertiefungen der ungleichen Oberfläche sammeln mochte, später aber in

24) Stoffe, die beim gewöhnlichen Luftdruck und den natürlichen Temperaturunter-schieden lustförmig bleiben, nennt man Gase; permanente nennt man sic dann, wennsie sich weder durch Druck, noch durch Kälte tropfbar darstcllcn lassen.

23) Ein doppelt so großer Luftdruck, wie der normale, erfordert z. B. 96° Reaum.,um das Wasser dampfförmig zu erhalten.

26) Man pflegt de» Druck, welchen unsere heutige Atmosphäre ausübt, und derbekanntlich ebenso stark ist, wie der Druck einer Quecksilbersäule von 28 Zoll, oder einerWassersäule von 32 Fuß Hohe, als Einheit bei Messungen der Druckkräfte anzunchmcn,und also von Gasen zu reden, die unter 2, 3, 4 u. s. w. Atmosphären tropfbar compri-mirt werden. Daß man diese schwierigen Untersuchungen durch Beobachtung von Druck-kräften, welche Quecksilbersäulen von 2mal 28, oder 3mal 28 Zoll re. Hohe entsprechen,werde anstelle» könne», wird jeder Leser bei reiflichem Nachflnnc» bald ergründe».