Dic chemischen Verbindungen aller dieser Materien unter einandererfolgten übrigens im Erdemnantcl nur so lange, wie er noch flüssig oderwenigstens weich war; sobald er erstarrte, hatte dic chemische Affinität ihreWirksamkeit verloren, denn auch hier gilt die alte Lehre der Alchymistcn,daß dic Stoffe nur dann auf einander chemisch wirken können, wenn sicflüssig sind Die Erstarrung trat mit zunehmender Abkühlung nach undnach ein, aber so langsam, daß die Krystallisation der gebildeten Silicatedabei nicht gehemmt wurde, weshalb glasförmige Materien in ihnen ganzfehlen 2°). Ein wie langer Zeitraum zur allmäligcn Erstarrung nöthigwar, läßt sich freilich nicht mit Sicherheit bestimmen, aber kurz darf manihn sich nicht verstellen, wenn man bedenkt, daß die Temperatur währenddesselben etwa von -s- 2000 Cels. (1600 Rcaum.) bis auf -s- 200 Cels.(160 Rcaum.) herabsinkcn mußte 2>). Welch ein enormer Zeitraum vonJahrtausenden mochte zu einer solchen Tcmpcraturabnahmc erforderlich sein;wir haben nach unseren hcütigen Beobachtungen keinen sichern Maaßstabdafür, und enthalten uns lieber aller positiven Angaben 22 ); aber gewiß
bei überschüssiger Kieselsäure, aus Thonerdc und Kali in bei» Verhältnis daß der Sauer-stoff der Thonerdc sich zu dem Kali wie 3 zu 1 verhält, so wird sic beim Erkalten Quarzund Feldspat h liefern; enthält sie mehr Thonerde, so wird sie aus Quarz, Feld-spath und Glimmer bestehen; enthält sie viermal mehr Thonerdc, als zur Fcldspath-bildung nöthig ist, so besteht sie aus Q u a r z und Glim m cr allein. Enthält sic nochKalkerde und Eiscnvrydnl, so wird sie auch Hornblende liefern." (A, angcf. O.S, 33.) Für die nähere Kenntniß der formellen Zustände dieser Stoffe ist besondersG. Bischof" s Aufsatz in Levnhard's und Bronn's neuem Jahrb. 1843. S. 1 ff.,von großer Wichtigkeit; weshalb wir die Leser auf ihn aufmerksam machen.
19) Lorpara non agunt nisi Ouiüa.
20) Vergl. das S. 70 über die Form der Laven Gesagte.
21) Bei 2000 Cels. sind alle Silicate geschmolzen, bei 227° schmilzt das Zinn.
22) Professor G. Bischöfin Bonn hat (Wärmelehre S. 479 ff.) aus Untersuchun-gen über dic Abkühlungszeit einer künstlich geschmolzenen Basaltkugcl von 2' Durchmessernicht zu übersehende Folgerungen gezogen nnd durch Rechnung gefunden, daß die Erkal-tung des Erdkvrpers von der Schmelzhitze seiner jetzt festen Rinde bis zur Stabilität derTemperatur 333 Millionen Jahre gedauert haben müsse. Durch eine andere Rechnungfand er den Zeitpunkt, wo in unseren Gegenden ein Tropcnklima herrschte, was mit derEpoche vor Entstehung der Steinkohlen zusammcnfallcn würde, ziemlich 1,300,000 Jahrevon der jetzigen Periode des Erdkvrpers entfernt. Hiermit stimmt freilich eine ähnliche*Berechnung von Arago (Gehler's Physik. Wvrterb. IX. 1. S. 018 u. f.), die diesenAbstand bloß zu 313,000 Jahren annimmt, wenig überein, und zeigt mindestens, wie un-sicher dic numerische» Resultate überhaupt sind, dic aus jetzigen Erfahrungen über frühere