Druckschrift 
Geschichte der Schöpfung : eine Darstellung des Entwicklungsganges der Erde u. ihrer Bewohner ; für die Gebildeten aller Stände
Entstehung
Seite
154
Einzelbild herunterladen
 

184

bleibt es wohl, daß dic Erkaltung nicht überall glcichmäßig auf der Ober-fläche eintrat, sondern zuerst hier und da in der bereits angegebenen Weise,und daß dadurch unter dem Aequator ein unregelmäßig geformter Gürtelentstehen mochte, der sich erst nach und nach gegen die Pole hin weiter auö-breitete. War er vollständig zur Kugelzvne geschlossen, so verhinderte erdie schnellere Abkühlung der übrigen Masse, weil die Silicate schlechtereWärmeleiter sind, als die Metalle; mithin nur eine langsamere Fort-pflanzung der Wärme, die von den in der Tiefe stehenden geschmolzenenMetallen ausging, durch sich hindurch »erstatteten. Dic entstandene kri-stallinische Rinde erkaltete darum in den äußeren Schichten viel schneller,als der ganze Silicatenmantel, weil zu ihr weniger und immer wenigerWärme von der Tiefe her hinaufdrang; und diese schnellere Erkaltung aufder Oberfläche eines Thcilö, dann aber auch die von der Achscndrchungdes Erdkörperö hcrvorgebrachte Strömung im Silicatenmantel, so lange ernoch ganz flüssig war, scheint manchen Geologen die Ursache gewesen zusein, warum die äußersten Schichten der kristallinischen Silicate ein fein-körniges , blätteriges Gefüge besitzen; während Andere darin schon unterdein Einfluß des Wassers gebildete umgeändcrte Sedimente erblicken, derenstatisicirtc Beschaffenheit ihren sedimentären Ursprung zu erkennen gebensoll. Unter dem Namen der krpstallinis eh enSchiefe r werden wirihrer bald weiter gedenken müssen; Gnciß, Gliminerschiescr, Ch lo-ritschiefer, Talkschic sc r re. gehören in diese Kategorie.

Die fortdauernde und zugleich an Intensität fortschreitende Abkühlungdes ganzen Mantels der Silicate bewirkte natürlich in ihm eine mit der Ab-kühlung gleichmäßige Verdichtung und Zusannnenziehung , welche eben-falls von außen nach innen vorschritt, und später, da die anorganische festeMaterie nur höchst geringe Elastizität besitzt, zu einer Zerreißung oder

Zustände gefolgert werden können. Dagegen ergiebt eine von anderen Loraussctznngcnausgehende Rechnung (ebendas. S. 622) ei» mit Bi sch v f's Annahme fast glcichlantcn-teS Resultat, nämlich 1,366,800 Jahre für den Zeitraum von der Stcinkohlcnpcriodc biszur Gegenwart; und so scheint in der That dieser Werth eine nicht zu verachtende Wahr-scheinlichkeit für sich zu haben. Später hat indcß Bischof wieder denselben Zeitraumzu 9,000,000 Jahren bestimmt, und zwar dies Resultat auf demselben Wege, wie die'ganze Erkaltnngszcit von 383,000,000 Jahren erhalten. Dieser Zeitraum würde also,wenn jene Berechnung von 1,300,000 Jahre» dic richtigere ist, eine entsprechende Re-duktion erfahren müssen.

23) Vcrgl. S. 39.