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Geschichte der Schöpfung : eine Darstellung des Entwicklungsganges der Erde u. ihrer Bewohner ; für die Gebildeten aller Stände
Entstehung
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die oberflächlichen mehr ribgekühlten Schichten wurden durch diese Strö-mung auf einen Raum, den des Acquators, zusammengcführt und einesThcils immer neue Schichten an den Polen der Abkühlung ausgesetzt, an-dern Thcils aber wurde auch um den Acquator herum ein fester G ü r t c lgebildet, der vielleicht aus einzelnen compaeten Klumpen bestand, die ähn-lich wie Eisberge im Meer so in der glühenden Flüssigkeit schwammen undzur Entstehung von Unebenheiten Veranlassung gaben. Dies alsomochte die älteste äußere Form des erkaltenden Erdcnmantels sein; wie aberverhielt sich dabei seine Materie in ihrem Innern?

Die heutige Beschaffenheit der Plutonischen und vulkanischen Productcgiebt uns die bündigste Antwort aus diese Frage; sic lehrt uns, daß in demErdenmantel die Kieselerde am reichlichsten vorhanden war, ja selbst70 Proeente der Mischung, ihrer dcrmaligcn Verbreitung zufolge, betragenmochte. Nach ihr war die Thonerdc der Hauptbestandthcil, sic bildeteetwa 16 Proeente des Ganzen; außerdem fanden sich 66 Proeente Kali,halb so viel Natron, und die übrigen Mischungsantheile bestanden inTalkerde, Kalkcrdc, Eisenoxyd, Manganvryd, und den an-deren minder häufigen Erden oder Mctallorydcn. Die so zusammengesetzteBlasse konnte aber ohne chemische Actionen ihrer verschiedenen Bestandthcilcnicht bestehen; die Affinität derselben unter einander trat alsbald hervor,und bewirkte neue chemische Productc. Bei diesem Hergänge spielten dieAlkalien und die Kicselerde, als stärkste elektrochemische Gegensätze,schon deshalb die Hauptrolle, weil sie von allen in der Mischung gleich-zeitig vorhandenen Stoffen die innigste VcrwandtschastSbczichung zu einan-der besitzen, sich also zuerst verbinden mußten; und namentlich bildeten wohldie alkalischen Materien das leitende Princip, wonach sich die Verbindungenregelten, weil ihre Menge beschränkter war, als die der anderen zur Kiesel-erde in geringerer Affinität stehenden Stoffe. Die heutige Chemie nenntalle Verbindungen zweier bereits mit Sauerstoff oder einer ihm analogenMaterie (z. B. Chlor, Schwefel u. a. m.) vereinigten Stoffe Salze, undden einen elektroncgativcn Stoff, worin gewöhnlich der größere Sauerstoff-gehalt sich findet, die Säure, den andern elektropositivcn mit dem gerin-geren Saucrstoffanthcil die Base. Demnach waren die ncuentstehcndenErdcnverbindungen eigentlich Salze, in denen die Kieselerde als Säure zubetrachten ist, das Alkali oder eine zweite Erde als Basis. Aus diesemGrunde werden alle Kieselerdevcrbindungen kiese l sau re Salze, in la-teinischer Form Silicate, genannt. Selbst das künstliche GlaS, dessenEigenschaften mit denen der Silicate übereinstimmen, ist in Wahrheit ein