113
nördlicher Breite von Westen nach Osten streicht. Sic besteht aus acht großenKegeln, von denen aber drei in historischer Zeit keine Ausbrüche mehr ge-macht haben, während einer, dcr Jorullo, wie früher (S. 9-4) erzähltwurde, erst vor 94 Jahren ganz neu entstand. Ter westliche von ihnen,der Vulkan von Colima, nahe der Meeresküste neben der Stadt gleichesNamens, ist noch jetzt sehr thätig; ihm folgt nach Osten zunächst der I o -rull o. Südlich von Mcriko stehen drei Kegel, der Ncvado de Tolucanach Westen, und der Iztaecihuatl nach Osten, beide unthätig; nebenihm südlich der Popocatcpetl, der höchste von allen Bergen Merikos,16,600 Fuß über dein Meeresspiegel erhaben und thätig. Zwanzig Meilenmehr nach Osten ragt jenseits deö Thalcö von Pucbla der berühmte Pievon Orizaba oder Citlaltcpetl hervor, nur 300 Fuß niedriger alsder vorige und der thätigstc von allen Mexikanischen Vulkanen; nördlichvon ihm erhebt sich der erloschene Naucampatep ctl (Coffrc de Perota),endlich ganz an der Ostküstc, 20 Meilen südlich von Vera-Cruz, derVulkan Turtla. —
Völlig verschieden von der Mexikanischen Reihe sind hinsichtlich ihrerAnordnung die Vulkane Guati m alas, welche au der Südwestliche dcSgroßen Amerikanischen Isthmus sich hinzichcn, und auf einer Strecke vonwenig über 200 gcogr. Meilen aus 27 thätigen Kratern bestehen. Jndcßist keiner unter ihnen von besonderem Interesse. Die höchsten scheinen inder Nähe der Stadt Guatimala selbst zu stehen, und über 13,000 Fuß sichzu erheben.
Großartiger als alle anderen Systeme tritt die Vulkangruppe nebenQuito auf, eigentlich eine Doppelreihe zu beiden Seiten des langen Tha-ies, in dem die Hauptstadt und Riobamba liegen. Sic enthält diehöchsten Fcucrbcrgc der Welt und bildet das gewaltigste aller vulkanischenHochgebirge, welches wir kennen. Im äußeren, dein Meere zugcwendctenZuge liegen von Norden nach Süden der Pichinka, Corazon, Jliniza,Carguairazo, Chimborazo und Cunambay; im inneren landein-wärts gewendeten Zuge folgen in derselben Richtung der Cuyamba, An-tisana, Sinchulagua, Cotopaxi, Tunguragua und Sanguayauf einander. Thätig sind von diesen Kegeln nur der Sanguay, Coto-paxi, Tunguragua, Antisana und Pichinka; lauter gewaltigeTrachytbcrge, deren Spitzen fast unaufhörliche Rauchsäulen entsteigen, ohne >daß je Lavaströme an ihnen hcrabflicßcn. Lediglich am Antisana ent-deckte A. v. Humboldt eine stromartigc Obsidianmassc; alle anderenzeigten an ihren Abhängen zwar Bimsstein und Lapilli, aber nie Spuren
8